Brettsperrholzbau

Auch: CLT-Bauweise · Kreuzlagenholzbau · X-Lam-Bauweise

Brettsperrholz (BSP), international als Cross Laminated Timber (CLT) bekannt, ist ein Massivholzwerkstoff, bei dem mehrere Brettlagen kreuzweise, also mit abwechselnd um 90 Grad gedrehter Faserrichtung, miteinander verleimt werden. Die daraus gefertigten großformatigen Platten dienen als tragende Wand-, Decken- und Dachelemente und ermöglichen einen weitgehend vorgefertigten, massiven Holzbau.

Ausführliche Erklärung

Der Brettsperrholzbau hat sich seit den 1990er-Jahren zu einer der wichtigsten modernen Holzbauweisen entwickelt und wird vor allem im mehrgeschossigen Wohnungs- und Gewerbebau sowie zunehmend im Hochhausbau eingesetzt. Durch die kreuzweise Anordnung der Brettlagen (typischerweise drei, fünf oder sieben Lagen) wird das natürliche Schwind- und Quellverhalten des Holzes in den einzelnen Richtungen ausgeglichen, wodurch die Platten sehr formstabil, tragfähig in zwei Richtungen und wenig anfällig für Verwerfungen sind.

Für den Makler relevante Aspekte:

  • Vorfertigungsgrad: BSP-Elemente werden im Werk millimetergenau samt Fenster- und Türöffnungen sowie Installationsschlitzen zugeschnitten und auf der Baustelle in kurzer Zeit montiert – dies verkürzt Bauzeiten erheblich und ist ein Argument bei Bauträgerprojekten.
  • Bauphysik: Massive Holzplatten bieten gute Wärmespeicherfähigkeit, benötigen aber wie bei jedem Holzbau eine funktionierende Dampfbremse/-sperre und außenseitige Wärmedämmung, um heutige energetische Standards (GEG) zu erreichen.
  • Brandschutz: Massives Brettsperrholz zeigt ein kontrolliertes, vorhersehbares Abbrandverhalten, was bei mehrgeschossigen Gebäuden für den Brandschutznachweis genutzt wird; dennoch sind je nach Gebäudeklasse zusätzliche Bekleidungen oder Kapselungen vorgeschrieben.
  • Nachhaltigkeit und Marketing: BSP-Bauten werden häufig mit CO2-Speicherung, kurzer Bauzeit und ökologischer Bauweise beworben, was bei der Vermarktung an nachhaltigkeitsorientierte Käufer ein Verkaufsargument sein kann.
  • Akustik: Massivholzdecken benötigen oft zusätzliche Maßnahmen für den Trittschallschutz, da reine BSP-Decken ohne Estrich- oder Dämmschicht akustisch ungünstiger sind als Betondecken.

Beispiel aus der Praxis

Ein Bauträger errichtet ein sechsgeschossiges Wohngebäude in Brettsperrholzbauweise, dessen Wand- und Deckenelemente vorgefertigt angeliefert und innerhalb weniger Wochen montiert werden. Der Makler bewirbt das Projekt gegenüber ökologisch interessierten Käufern mit dem Argument der CO2-Speicherung im verbauten Holz und der kurzen Bauzeit.

Rechtsgrundlage

  • DIN EN 16351 – Anforderungen an Herstellung, Eigenschaften und Leistungsmerkmale von Brettsperrholz als Bauprodukt (die statische Bemessung erfolgt nach Eurocode 5 / DIN EN 1995).
  • Bauordnungsrechtliche Brandschutzanforderungen der Landesbauordnungen je nach Gebäudeklasse.

Verwandte Begriffe