Fachwerkgefach
Auch: Gefach
Das Fachwerkgefach (kurz: Gefach) ist das von Holzbalken umrahmte Feld innerhalb eines Fachwerks, das mit einem eigenständigen Füllmaterial geschlossen wird, während die Holzkonstruktion selbst die tragende Funktion übernimmt.
Ausführliche Erklärung
Ein Fachwerk besteht aus einem Gerüst tragender Hölzer – Schwellen, Ständer, Riegel, Streben und Rähme –, die statisch die Lasten des Gebäudes abtragen. Die Zwischenräume dieses Gerüsts, die Gefache, sind nicht tragend und wurden historisch je nach Region und Epoche unterschiedlich ausgefüllt: mit Lehmflechtwerk, Ziegelmauerwerk (Backsteingefach), Naturstein oder später auch mit Bohlen. Diese Trennung von tragender Holzkonstruktion und ausfachender Wandfüllung ist das konstruktive Grundprinzip des Fachwerkbaus und findet sich in ähnlicher Form auch beim Umgebindehaus, bei dem ein freistehendes Ständerwerk unabhängig von der Wandausfachung trägt.
Für die energetische und bauphysikalische Bewertung von Fachwerkhäusern ist das Gefach von zentraler Bedeutung: Es bestimmt maßgeblich Wärmedämmung, Feuchteverhalten und Schallschutz der Fassade, während die Holzkonstruktion selbst meist erhaltenswert und bei denkmalgeschützten Gebäuden in ihrer Substanz zu schützen ist. Bei Sanierungen wird häufig das Gefach erneuert oder energetisch ertüchtigt, während das tragende Fachwerk erhalten bleibt.
Beispiel aus der Praxis
Bei der Sanierung eines denkmalgeschützten Fachwerkhauses werden mehrere schadhafte Lehmgefache durch neue, diffusionsoffene Lehmausfachungen ersetzt, um die Bausubstanz zu erhalten und gleichzeitig den Wärmeschutz zu verbessern. Die tragenden Holzbalken selbst bleiben unangetastet.
Rechtsgrundlage
Keine spezielle Rechtsgrundlage; bei denkmalgeschützten Fachwerkgebäuden gelten die Denkmalschutzgesetze der Länder für Eingriffe in Gefache und Tragwerk.