Heizkörper
Auch: Radiator · Heizkörperkörper
Der Heizkörper ist das klassische Wärmeübergabesystem einer Zentralheizung: Er nimmt das von Heizkessel oder Wärmepumpe erwärmte Heizwasser auf und gibt die Wärme über Konvektion (Luftbewegung) und Strahlung an den Raum ab.
Ausführliche Erklärung
Heizkörper sind in Deutschland nach wie vor die am weitesten verbreitete Form der Wärmeübergabe im Wohnungsbau. Gängige Bauformen sind:
- Gliederheizkörper: Aus einzelnen, meist gusseisernen oder Aluminium-Gliedern zusammengesetzt, klassisch in Altbauten.
- Flachheizkörper (Plattenheizkörper): Aus ein oder mehreren gestanzten Stahlblechen, heute die häufigste Bauform im Neubau und bei Modernisierungen.
- Röhrenheizkörper: Aus parallel angeordneten Rohren gefertigt, oft in Bädern als Badheizkörper mit Handtuchtrocknungsfunktion eingesetzt.
Die Wärmeleistung eines Heizkörpers wird durch die sogenannte Norm-Wärmeleistung nach DIN EN 442 vergleichbar gemacht: Diese Prüfnorm legt einheitliche Testbedingungen fest (Standard-Temperaturpaarung 75/65/20 °C, also 75 °C Vorlauf, 65 °C Rücklauf, 20 °C Raumtemperatur), unter denen die Leistung verschiedener Heizkörpermodelle und -hersteller herstellerübergreifend verglichen werden kann.
Für die Praxis ist wichtig, dass die tatsächlich benötigte Heizkörperleistung von der individuellen Heizlast des jeweiligen Raums abhängt (siehe Heizkörperauslegung) und bei niedrigeren Systemtemperaturen – etwa beim Betrieb mit einer Wärmepumpe – deutlich größer dimensionierte oder speziell für Niedertemperaturbetrieb ausgelegte Heizkörper erforderlich sein können. Bei der energetischen Modernisierung eines Gebäudes ist die Prüfung der vorhandenen Heizkörper daher ein wichtiger Baustein.
Beispiel aus der Praxis
Beim Umstieg von einer Gasheizung auf eine Wärmepumpe stellt der Fachbetrieb fest, dass die vorhandenen Flachheizkörper bei den niedrigeren Vorlauftemperaturen der Wärmepumpe nicht ausreichend Wärme abgeben. Er tauscht die kleinsten Heizkörper gegen größere Modelle aus, um den Wärmebedarf auch bei reduzierter Systemtemperatur zu decken.
Rechtsgrundlage
- DIN EN 442 – Europäische Norm zur Bestimmung der Norm-Wärmeleistung von Heizkörpern und Konvektoren unter standardisierten Prüfbedingungen.