Holzmodulbau
Auch: Modulbau in Holz · Holzraumzellenbau
Der Holzmodulbau ist eine Sonderform der Fertigbauweise, bei der ganze, weitgehend fertig ausgebaute Raumzellen aus Holz – inklusive Wänden, Fußboden, Decke und häufig bereits verlegter Haustechnik – im Werk hergestellt und auf der Baustelle zu einem Gesamtgebäude zusammengesetzt werden.
Ausführliche Erklärung
Anders als bei der klassischen Fertigbauweise, bei der einzelne Wand- und Deckenelemente montiert werden, liefert der Holzmodulbau dreidimensionale Raummodule, die im Werk bereits einen hohen Fertigstellungsgrad erreichen: Innenausbau, Fenster, teils Sanitärinstallationen und Elektrik sind bei Anlieferung häufig schon integriert. Auf der Baustelle werden die Module per Kran gesetzt und miteinander verbunden, wodurch sich Rohbau und Ausbau eines mehrgeschossigen Gebäudes innerhalb weniger Tage bis Wochen realisieren lassen.
Der Holzmodulbau wird zunehmend im mehrgeschossigen Wohnungsbau, bei Kitas, Schulen und Bürogebäuden eingesetzt, da er kurze Bauzeiten, hohe Vorfertigungsqualität sowie – als Holzbauweise – vergleichsweise günstige CO₂-Bilanzen verbindet. Bauordnungsrechtlich gelten für Holzmodulbauten dieselben Anforderungen an Standsicherheit, Schall-, Wärme- und insbesondere Brandschutz wie für andere Bauweisen; bei mehrgeschossigen Gebäuden höherer Gebäudeklassen sind zusätzliche brandschutztechnische Nachweise (z. B. Kapselung tragender Holzbauteile) erforderlich, deren konkrete Anforderungen sich aus der jeweiligen Landesbauordnung und den einschlägigen technischen Baubestimmungen ergeben.
Für Investoren und Projektentwickler ist der Holzmodulbau wegen der hohen Vorfertigung planungs- und finanzierungsseitig interessant, da sich Bauzeiten und damit Zwischenfinanzierungskosten deutlich reduzieren lassen; gleichzeitig erfordert er eine frühzeitige, verbindliche Planung, da nachträgliche Änderungen nach Werksfertigung kaum mehr möglich sind.
Beispiel aus der Praxis
Eine Kommune lässt für ein neues Schulgebäude Klassenraummodule aus Holz in einem Werk vorfertigen, inklusive Fenstern, Elektroinstallation und Fußbodenbelag. Innerhalb von drei Wochen werden die Module auf der Baustelle montiert und verbunden – eine Bauzeit, die mit konventioneller Massivbauweise mehrere Monate in Anspruch genommen hätte.
Rechtsgrundlage
Keine eigenständige Rechtsgrundlage; es gelten die allgemeinen bauordnungsrechtlichen Anforderungen der Landesbauordnungen, insbesondere die brandschutztechnischen Vorgaben je nach Gebäudeklasse.