Rohrleitung

Auch: Leitung · Rohrsystem

Eine Rohrleitung ist ein aus Rohren, Formstücken und Armaturen bestehendes geschlossenes System, das Medien wie Trinkwasser, Abwasser, Heizungswasser oder Gas innerhalb eines Gebäudes oder von der öffentlichen Versorgungsleitung bis zur Verbrauchsstelle transportiert.

Ausführliche Erklärung

Rohrleitungen sind zentraler Bestandteil der technischen Gebäudeausrüstung (TGA) und werden je nach Medium unterschiedlich ausgeführt: Trinkwasserleitungen aus Kupfer, verzinktem Stahl oder Kunststoff (PE-X, PP), Abwasserleitungen meist aus PVC oder Guss, Heizungsleitungen aus Stahl oder Kupfer. Für ihre Planung, Ausführung und Instandhaltung gelten die allgemein anerkannten Regeln der Technik – für Trinkwasser-Installationen insbesondere die DIN 1988 sowie die DIN EN 806, für Heizungsanlagen unter anderem die DIN EN 12828.

Für Makler und Käufer ist der Zustand der Rohrleitungen ein zentraler Prüfpunkt: Alte Bleirohre, korrodierte Stahlleitungen oder undichte Abwasserrohre können erhebliche Sanierungskosten nach sich ziehen. Bei Eigentumswohnungen zählen die im Gebäude verlaufenden Versorgungsleitungen bis zur jeweiligen Abzweigung in aller Regel zum gemeinschaftlichen Eigentum, auch wenn sie räumlich im Bereich einer Sondereigentumseinheit liegen; die Zuordnung im Einzelfall richtet sich nach der Teilungserklärung. Verläuft eine Rohrleitung über ein fremdes Grundstück, kann hierfür ein Leitungsrecht (Dienstbarkeit) erforderlich sein, dessen Ausgestaltung sich nach dem Grundbuchrecht und – soweit einschlägig – den landesrechtlichen Nachbarrechtsgesetzen richtet.

Beispiel aus der Praxis

Bei der Besichtigung einer Altbauwohnung stellt der Sachverständige fest, dass die Trinkwasserleitungen noch aus verzinktem Stahl bestehen und stark korrodiert sind. Der Makler weist die Kaufinteressenten darauf hin, dass eine Erneuerung der Rohrleitungen im Rahmen der nächsten Sanierung eingeplant werden sollte.

Rechtsgrundlage

Keine spezielle bundesgesetzliche Regelung. Maßgeblich sind die allgemein anerkannten Regeln der Technik (u. a. DIN 1988 und DIN EN 806 für Trinkwasser-Installationen); für Leitungsführungen über fremde Grundstücke können grundbuchlich gesicherte Leitungsrechte bzw. landesrechtliche Nachbarrechtsvorschriften relevant sein.

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