Thermografie Gebäude

Auch: Wärmebildaufnahme · Gebäudethermografie

Bei der Gebäudethermografie wird mit einer Wärmebildkamera die Oberflächentemperatur der Gebäudehülle erfasst und farblich dargestellt. Kältere und wärmere Bereiche werden dadurch sichtbar gemacht, was Rückschlüsse auf Wärmebrücken, Dämmlücken oder verdeckte Feuchteschäden erlaubt.

Ausführliche Erklärung

Für Makler ist die Thermografie ein anschauliches, oft in Exposés oder Energieberatungen eingesetztes Diagnoseverfahren, das jedoch mit Sachverstand interpretiert werden muss:

  • Anwendungsbereiche: Aufspüren von Wärmebrücken (z. B. an Fensteranschlüssen, Rollladenkästen, Balkonplatten, Gebäudeecken), Kontrolle der Dämmwirkung nach energetischen Sanierungen, Lokalisierung von Leckagen in Fußbodenheizungen sowie – mit Einschränkungen – Hinweise auf Feuchtenester hinter Fassaden oder in Dächern.
  • Voraussetzungen für aussagekräftige Aufnahmen: Eine Mindesttemperaturdifferenz zwischen innen und außen (üblicherweise mindestens 10–15 Kelvin), trockene, unbeschienene Fassaden (keine direkte Sonneneinstrahlung kurz vor der Messung) sowie möglichst windstille Bedingungen. Aufnahmen im Sommer oder bei ungünstigen Witterungsbedingungen sind wenig aussagekräftig.
  • Grenzen des Verfahrens: Thermografie zeigt nur Oberflächentemperaturen, keine direkten Ursachen. Ein "warmer Fleck" kann sowohl eine Wärmebrücke als auch schlicht einen Heizkörper dahinter bedeuten – die Interpretation erfordert Fachkenntnis und sollte durch einen zertifizierten Thermografen oder Energieberater erfolgen.
  • Praxisnutzen für Makler: Bei energetisch sanierten Objekten kann eine Thermografie-Aufnahme als Verkaufsargument dienen (Nachweis lückenloser Dämmung); bei älteren, unsanierten Gebäuden kann sie umgekehrt Schwachstellen aufdecken, die vor dem Verkauf offen kommuniziert werden sollten.
  • Kosten und Ablauf: Eine professionelle Gebäudethermografie kostet je nach Objektgröße üblicherweise zwischen 200 und 600 Euro und wird meist in den frühen Morgenstunden der Heizperiode durchgeführt.

Beispiel aus der Praxis

Vor dem Verkauf eines sanierten Mehrfamilienhauses lässt der Eigentümer eine Thermografie-Aufnahme der Fassade erstellen. Die Aufnahme zeigt eine gleichmäßig temperierte Gebäudehülle ohne auffällige Wärmebrücken und dient als zusätzliches Verkaufsargument im Exposé, das die Qualität der durchgeführten Dämmmaßnahmen dokumentiert.

Rechtsgrundlage

  • DIN EN 13187 – Regelt Verfahren zur thermografischen Untersuchung von Gebäudehüllen.
  • § 434 BGB – eine per Thermografie nachgewiesene, erhebliche Wärmebrücke kann bei Verschweigen einen Sachmangel begründen.
  • Keine spezialgesetzliche Pflicht zur Durchführung; die Thermografie ist ein freiwilliges Diagnoseinstrument, oft im Rahmen einer Energieberatung.

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