Warmwasserbereitung
Auch: Trinkwassererwärmung · Warmwasserversorgung
Die Warmwasserbereitung umfasst die technischen Anlagen und Verfahren, mit denen Trinkwasser in einer Immobilie erwärmt und für Küche, Bad und weitere Entnahmestellen bereitgestellt wird.
Ausführliche Erklärung
Man unterscheidet zentrale und dezentrale Systeme. Bei der zentralen Warmwasserbereitung erwärmt die Heizungsanlage (Gas-, Öl- oder Pelletkessel, Wärmepumpe) über einen Warmwasserspeicher das Trinkwasser für das gesamte Gebäude; die Verteilung erfolgt über ein Zirkulationssystem, damit an den Entnahmestellen ohne lange Wartezeit warmes Wasser zur Verfügung steht. Bei dezentralen Lösungen erwärmen elektrische Durchlauferhitzer oder Boiler das Wasser unmittelbar an der jeweiligen Entnahmestelle.
Rechtlich ist die Warmwasserbereitung eng mit der Trinkwasserhygiene verknüpft: Die Trinkwasserverordnung verlangt insbesondere in größeren Anlagen mit zentralem Speicher regelmäßige Untersuchungen auf Legionellen, um eine gesundheitsgefährdende Verkeimung zu vermeiden. Energetisch fließt der Warmwasserbedarf zudem in die Gesamtenergiebilanz eines Gebäudes nach GEG ein und beeinflusst damit den Energieausweis. Für Vermieter ist außerdem relevant, dass die Kosten der Warmwasserbereitung als Betriebskosten grundsätzlich verbrauchsabhängig auf die Mieter umgelegt werden können.
Beispiel aus der Praxis
In einem Mehrfamilienhaus erwärmt eine zentrale Wärmepumpe das Trinkwasser für alle Wohnungen über einen gemeinsamen Speicher. Die Hausverwaltung lässt jährlich eine Legionellenprüfung durchführen, um die Anforderungen der Trinkwasserverordnung einzuhalten.
Rechtsgrundlage
- Trinkwasserverordnung – verlangt bei zentralen Großanlagen zur Trinkwassererwärmung regelmäßige Untersuchungen auf Legionellen.