Weißfäule

Auch: Weißfäulepilz

Weißfäule ist eine durch bestimmte Pilzarten verursachte Form der Holzzersetzung, bei der neben Zellulose auch Lignin abgebaut wird. Das befallene Holz verliert dadurch an Farbe und Festigkeit, wird hell, weich und faserig-brüchig, bricht aber – anders als bei Braunfäule – nicht würfelförmig auf.

Ausführliche Erklärung

Für die Bauzustandsbeurteilung ist die Unterscheidung zwischen Weißfäule und der bekannteren Braunfäule (u. a. verursacht durch den Echten Hausschwamm) von Bedeutung, da beide Schadensbilder unterschiedliche Ursachen und Sanierungsstrategien nahelegen.

  • Ursache: Weißfäulepilze benötigen dauerhaft hohe Holzfeuchte, wie sie typischerweise bei stark und langanhaltend durchfeuchteten Bauteilen entsteht, etwa unter undichten Bädern, Küchen oder infolge eines nicht rechtzeitig behobenen Wasserschadens.
  • Schadensbild: Im Unterschied zur Braunfäule, bei der das Holz dunkel verfärbt ist und in charakteristische würfelförmige Risse zerfällt, wird Holz bei Weißfäule heller, faserig und weich, behält die mechanische Festigkeit aber länger als bei Braunfäule.
  • Bauliche Konsequenzen: Von Weißfäule befallenes Bauholz verliert seine tragende Funktion und ist als Bauholz nicht mehr zu verwenden; betroffene Bauteile (Balken, Dachstuhl, Fußbodenkonstruktionen) müssen in der Regel ausgetauscht werden, wobei zwingend auch die zugrunde liegende Feuchtigkeitsursache behoben werden muss.
  • Vorbeugung: Konstruktiver und chemischer Holzschutz nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik (u. a. DIN 68800, Holzschutz im Hochbau) sowie eine dauerhaft funktionierende Abdichtung feuchtebelasteter Bereiche sind die wirksamsten Maßnahmen gegen Weißfäule.
  • Praxisrelevanz für Makler: Weißfäulebefall ist ein ernstzunehmender, offenbarungspflichtiger Mangel, der auf länger bestehende, oft verdeckte Feuchtigkeitsschäden hindeutet; bei Verdacht empfiehlt sich die Einschaltung eines Bausachverständigen zur Abklärung von Schadensumfang und Ursache.

Beispiel aus der Praxis

Bei der Sanierung eines Badezimmers wird der tragende Fußbodenbalken darunter freigelegt und weist eine helle, weiche, faserige Struktur auf. Der Sachverständige diagnostiziert Weißfäule infolge eines über Jahre unbemerkten Leitungswasserschadens und empfiehlt den vollständigen Austausch der betroffenen Balkenlage.

Rechtsgrundlage

Keine eigenständige gesetzliche Regelung. Anforderungen an vorbeugenden und sanierenden Holzschutz ergeben sich aus der DIN 68800 (Holzschutz im Hochbau) als allgemein anerkannter Regel der Technik.

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