Bruttomietrendite
Auch: Brutto-Mietrendite · Bruttorendite
Die Bruttomietrendite gibt an, wie hoch die Jahresmiete einer Immobilie im Verhältnis zum reinen Kaufpreis ausfällt – ohne Berücksichtigung von Kaufnebenkosten (Grunderwerbsteuer, Notar, Makler) und laufenden Bewirtschaftungskosten. Sie ist die gebräuchlichste, aber auch gröbste Renditekennzahl bei privaten Kapitalanlageimmobilien.
Ausführliche Erklärung
Berechnung: Bruttomietrendite = Jahresnettokaltmiete ÷ Kaufpreis × 100
Die Bruttomietrendite wird vor allem im privaten Wohnimmobilien-Investment als schnelle erste Orientierungsgröße verwendet:
- Einfachheit vs. Aussagekraft: Sie lässt sich ohne detaillierte Objektunterlagen sofort berechnen, vernachlässigt aber wesentliche Kostenfaktoren wie Verwaltungskosten, Instandhaltungsrücklage, Mietausfallwagnis sowie Erwerbsnebenkosten (in Deutschland je nach Bundesland und Vermittlungsweg oft 9–15 % des Kaufpreises).
- Abgrenzung zur Nettomietrendite: Die Nettomietrendite berücksichtigt zusätzlich die Kaufnebenkosten sowie die nicht umlagefähigen laufenden Kosten und liefert damit ein deutlich realistischeres Bild der tatsächlichen Rendite – häufig liegt sie 1 bis 2 Prozentpunkte unter der Bruttomietrendite.
- Vergleichsmaßstab: In Marktberichten und Exposés wird die Bruttomietrendite häufig als erstes Verkaufsargument genannt; Makler sollten Kunden stets auf die Notwendigkeit einer ergänzenden Nettobetrachtung hinweisen, um Fehlentscheidungen zu vermeiden.
- Regionale Unterschiede: In gefragten Großstadtlagen liegen Bruttomietrenditen bei Wohnimmobilien häufig nur bei 2,5 bis 4 %, während sie in strukturschwächeren Regionen deutlich höher (6 % und mehr) ausfallen können – dies spiegelt regelmäßig unterschiedliche Wertsteigerungserwartungen und Risikoniveaus wider.
Beispiel aus der Praxis
Eine Eigentumswohnung wird für 300.000 Euro erworben und für 1.000 Euro Kaltmiete pro Monat (12.000 Euro pro Jahr) vermietet. Die Bruttomietrendite beträgt somit 4 % (12.000 ÷ 300.000).
Rechtsgrundlage
Keine spezielle Rechtsgrundlage. Die Bruttomietrendite ist eine betriebswirtschaftliche Kennzahl ohne gesetzliche Regelung.