Dachflächenfenster

Auch: Velux-Fenster · Dachfenster

Ein Dachflächenfenster ist ein in die Dachschräge eingebautes Fenster, das parallel zur Dachneigung liegt. Es dient der Belichtung und Belüftung ausgebauter Dachgeschosse und wird oft als Markenbegriff "Velux-Fenster" bezeichnet, da der Hersteller Velux den Markt dieser Bauart maßgeblich geprägt hat.

Ausführliche Erklärung

Dachflächenfenster sind neben Dachgauben die häufigste Lösung zur Belichtung von Dachgeschossen und in der Objektbeschreibung sowie bei der Wohnflächenberechnung relevant. Für Makler ist wichtig:

  • Abgrenzung zur Gaube: Anders als bei einer Dachgaube liegt das Dachflächenfenster in der Ebene der Dachschräge und schafft keinen zusätzlichen Kopffreiraum. Für Räume mit niedriger Deckenhöhe kann dies die nutzbare Fläche einschränken (siehe Wohnflächenverordnung: Flächen unter 1 m lichter Höhe zählen nicht, zwischen 1 und 2 m zur Hälfte).
  • Öffnungsarten: Schwingfenster (klassische Drehachse mittig, platzsparend), Klapp-Schwing-Fenster (Kombination aus Dreh- und Klappfunktion für besseren Ausstieg), sowie elektrisch bedienbare Varianten.
  • Bauliche Anforderungen: Beim nachträglichen Einbau ist auf fachgerechte Eindeckung, Anschluss an die Dampfsperre und Wärmedämmung zu achten, da Dachflächenfenster häufig eine Schwachstelle für Wärmeverluste und Feuchteschäden darstellen, wenn sie nicht fachgerecht eingebaut sind.
  • Energetische Vorgaben: Beim Austausch oder Neueinbau gelten die U-Wert-Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) für Fenster in der Gebäudehülle.
  • Ausstattung: Zusatzoptionen wie Verdunkelung, Sonnenschutz, Insektenschutz und automatische Regenschließung sind bei modernen Modellen Standard und werden im Exposé oft als Ausstattungsplus genannt.

Beispiel aus der Praxis

Ein Dachgeschoss wird zu Wohnzwecken ausgebaut. Anstelle einer aufwendigen Gaube werden drei Dachflächenfenster eingebaut, um Kosten zu sparen. Der Makler weist im Exposé darauf hin, dass die Fenster elektrisch mit Regensensor ausgestattet sind – ein Komfortmerkmal, das bei Besichtigungen häufig positiv auffällt.

Rechtsgrundlage

  • Landesbauordnungen: Regeln u. a. Anforderungen an Rettungswege und Fenstergrößen in Aufenthaltsräumen.
  • Gebäudeenergiegesetz (GEG): Legt Mindestanforderungen an den Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Wert) bei Austausch oder Neueinbau von Fenstern fest.

Verwandte Begriffe