Dachgesims

Auch: Traufgesims · Kranzgesims

Das Dachgesims (auch Trauf- oder Kranzgesims genannt) ist der horizontale, oft profilierte Abschluss am oberen Rand einer Fassade, an dem Wand und Dach zusammentreffen. Es hat sowohl eine gestalterische Funktion als Fassadenschmuck als auch eine bautechnische, indem es Regenwasser von der Fassade ableitet.

Ausführliche Erklärung

Das Dachgesims ist besonders bei Altbauten, Gründerzeit- und klassizistischen Gebäuden ein wichtiges gestalterisches Element und kann für Makler bei der Vermarktung repräsentativer Immobilien ein Verkaufsargument sein ("stuckverziertes Kranzgesims", "historisches Traufgesims"). Funktional trennt es die Dachfläche von der Fassade und leitet Wasser kontrolliert zur Dachrinne ab, wodurch es die Fassade vor Verwitterung, Algenbefall und Frostschäden schützt.

Praxisrelevante Punkte:

  • Material: Häufig aus Stuck, Naturstein, Holz oder Blech (Zinkblech, Kupferblech), je nach Baustil und Epoche.
  • Denkmalschutz: Bei denkmalgeschützten Gebäuden ist das Gesims oft Teil der geschützten Fassadengestaltung; Sanierungen bedürfen der denkmalrechtlichen Abstimmung.
  • Instandhaltung: Risse oder abplatzender Putz am Gesims sind häufige Mängel bei der Bauzustandsbeurteilung, da Feuchtigkeit hier leicht eindringt.
  • Unterscheidung: Das Dachgesims ist vom bloßen Dachüberstand zu unterscheiden – Letzterer ist die konstruktive Auskragung des Daches, während das Gesims ein eigenständiges, oft verziertes Bauteil an der Wand-Dach-Grenze ist.

Beispiel aus der Praxis

Bei der Besichtigung einer Gründerzeitwohnung weist der Makler auf das originale, aufwendig profilierte Kranzgesims der Fassade hin, das kürzlich saniert wurde – ein Detail, das bei Liebhabern historischer Architektur besonders geschätzt wird.

Rechtsgrundlage

Keine spezielle Rechtsgrundlage. Bei denkmalgeschützten Gebäuden gelten die jeweiligen Landesdenkmalschutzgesetze für Erhalt und Sanierung des Gesimses.

Verwandte Begriffe