Dachziegel

Auch: Dachpfanne · Tondachziegel

Dachziegel sind einzelne, industriell gefertigte Bauteile aus gebranntem Ton oder Beton, die überlappend auf der Dachlattung verlegt werden und in ihrer Gesamtheit die Dachdeckung eines Steildaches bilden.

Ausführliche Erklärung

Dachziegel gehören zu den ältesten und in Deutschland am weitesten verbreiteten Deckmaterialien für geneigte Dächer. Man unterscheidet vor allem:

  • Tondachziegel: gebrannt, sehr langlebig (oft 60–100 Jahre Nutzungsdauer), farbecht und formstabil.
  • Betondachsteine: günstiger in der Herstellung, ähnliche Formen wie Tonziegel, aber meist etwas kürzere Lebensdauer und farbabhängig von der Oberflächenbeschichtung.

Nach der Form unterscheidet man unter anderem Frankfurter Pfanne, Doppelmuldenfalzziegel, Biberschwanz und Flachdachziegel, die jeweils unterschiedliche Deckbreiten, Verlegeabstände und optische Wirkungen haben. Die Wahl der Ziegelart ist bei denkmalgeschützten Gebäuden oder in Gebieten mit Gestaltungssatzungen oft vorgegeben, da sie das Ortsbild prägt.

Für Makler und Käufer ist relevant, dass beschädigte oder verwitterte Dachziegel (Frostschäden, Moosbewuchs, Risse) häufig Ursache für Feuchtigkeitseintritt sind und im Rahmen einer Objektbesichtigung oder eines Bausachverständigengutachtens geprüft werden sollten.

Beispiel aus der Praxis

Ein Sachverständiger stellt bei der Zustandsprüfung eines Hauses fest, dass mehrere Tondachziegel durch Frosteinwirkung Risse aufweisen. Er empfiehlt dem Käufer, vor dem Winter eine partielle Neueindeckung der betroffenen Dachfläche einzuplanen, um Feuchtigkeitsschäden zu vermeiden.

Rechtsgrundlage

Keine spezielle bundesweite Rechtsgrundlage; Anforderungen an Material und Ausführung ergeben sich aus den anerkannten Regeln der Technik (u. a. Fachregeln des Deutschen Dachdeckerhandwerks) sowie ggf. aus örtlichen Gestaltungssatzungen oder denkmalrechtlichen Vorgaben.

Verwandte Begriffe