Flüssiggasheizung

Auch: Propangasheizung · LPG-Heizung

Die Flüssiggasheizung ist eine Heizungsanlage, die mit verflüssigtem Propan- oder Propan-Butan-Gas aus einem gebäudenahen Tank betrieben wird. Sie kommt vor allem dort zum Einsatz, wo kein Erdgasnetzanschluss verfügbar ist, etwa in ländlichen Regionen.

Ausführliche Erklärung

Das Flüssiggas wird in einem oberirdisch oder unterirdisch aufgestellten Tank (meist 2.700 bis 6.400 Liter Fassungsvermögen) gelagert und über eine Leitung dem Heizkessel (überwiegend Brennwerttechnik) zugeführt. Zwei Betriebsmodelle sind verbreitet:

  • Tankmiete/-kauf: Der Tank gehört dem Gasversorger und wird gegen eine jährliche Mietgebühr zur Verfügung gestellt, oft verbunden mit einer Ausschließlichkeitsbindung (Bezugsbindung) an diesen Lieferanten für mehrere Jahre.
  • Eigentumstank: Der Eigentümer kauft den Tank und kann das Gas frei am Markt beziehen.

Für Makler wesentliche Punkte:

  • GEG-Konformität: Reine fossile Flüssiggasheizungen erfüllen die 65-%-Erneuerbare-Energien-Pflicht beim Neueinbau nicht automatisch; möglich ist die Erfüllung über einen steigenden Anteil an Biopropan oder in Kombination mit einer Hybridlösung (z. B. Solarthermie, Wärmepumpe). Bestehende funktionierende Flüssiggasheizungen dürfen im Rahmen der Übergangsfristen des GEG weiterbetrieben und repariert werden.
  • Tankvertrag prüfen: Beim Immobilienkauf sollte der bestehende Gaslieferungs- und Tankmietvertrag geprüft werden – Laufzeiten, Kündigungsfristen und etwaige Übernahmepflichten für den Käufer sind relevant und sollten im Kaufvertrag thematisiert werden.
  • Abstände und Sicherheit: Für die Aufstellung von Flüssiggastanks gelten Sicherheitsabstände zu Gebäuden, Grundstücksgrenzen und Zündquellen gemäß den Technischen Regeln Flüssiggas (TRF); bei oberirdischen Tanks ist zudem auf ausreichenden Schutzabstand und ggf. Kennzeichnungspflichten zu achten.
  • Prüfpflichten: Flüssiggasanlagen unterliegen wiederkehrenden Prüfungen (u. a. durch Sachkundige nach TRF, teils auch durch den TÜV bei bestimmten Tankgrößen) im Rahmen der Betriebssicherheitsverordnung.
  • Vergleich zu Erdgas: Flüssiggas ist meist teurer als leitungsgebundenes Erdgas, dafür orts- und netzunabhängig einsetzbar – relevant bei der Bewertung von Immobilien in nicht erschlossenen Lagen.

Beispiel aus der Praxis

Ein freistehendes Einfamilienhaus in ländlicher Lage ohne Erdgasanschluss wird mit einer Flüssiggas-Brennwerttherme beheizt; der 4.850-Liter-Tank steht unterirdisch im Garten und gehört dem Gasversorger, mit dem ein Liefervertrag über zehn Jahre besteht. Beim Verkauf klärt der Makler frühzeitig, ob der Käufer in den bestehenden Vertrag eintreten kann oder muss.

Rechtsgrundlage

  • GEG § 71 – 65-%-Erneuerbare-Energien-Pflicht beim Einbau neuer Heizungsanlagen, reine Flüssiggasheizungen erfüllen diese ohne Biopropan-Anteil oder Kombination in der Regel nicht.
  • Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) – Anforderungen an Prüfung und sicheren Betrieb von Druckbehältern wie Flüssiggastanks.
  • Technische Regeln Flüssiggas (TRF) – Sicherheitsanforderungen an Aufstellung, Abstände und Betrieb von Flüssiggasanlagen.

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