Gebäuderessourcenpass

Auch: Materialpass · Ressourcenpass · GRP

Der Gebäuderessourcenpass ist ein Dokumentationsformat, das die in einem Gebäude verbauten Materialien und Bauteile, ihre Mengen sowie deren Klimawirkung und Kreislauffähigkeit erfasst. Er schafft Transparenz darüber, welche Rohstoffe im Bauwerk gebunden sind, und bildet die Grundlage für spätere Wiederverwendung, Recycling oder Rückbau.

Ausführliche Erklärung

Das Konzept ist an die Idee des Energieausweises angelehnt, bezieht sich aber nicht auf den Energieverbrauch, sondern auf die stoffliche Zusammensetzung eines Gebäudes. Erfasst werden unter anderem Art und Menge der eingesetzten Baustoffe, deren Verbindungstechnik (z. B. geklebt, geschraubt, gemauert) und damit ihre Trennbarkeit beim Rückbau, sowie Angaben zur Klimawirkung der verwendeten Materialien über den gesamten Lebenszyklus.

Hintergrund ist die zunehmende Bedeutung der Kreislaufwirtschaft im Bausektor: Gebäude gelten als "urbane Minen", aus denen bei sortenreinem Rückbau wertvolle Rohstoffe zurückgewonnen werden können. Der Gebäuderessourcenpass soll diese Rückgewinnung planbar machen, indem er schon in der Planungs- und Bauphase dokumentiert, was später zurückgebaut und wiederverwendet werden kann. In Deutschland gibt es derzeit keine bundesgesetzliche Pflicht zur Erstellung eines Gebäuderessourcenpasses; es handelt sich um ein von Fachverbänden, Zertifizierungssystemen (z. B. DGNB) und einzelnen Vorreiterprojekten entwickeltes freiwilliges Instrument, das im Zuge der EU-Bestrebungen zur Kreislaufwirtschaft im Bauwesen an Bedeutung gewinnt. Für Makler wird der Gebäuderessourcenpass zunehmend relevant, weil er sich – ähnlich wie ESG-Kriterien – zu einem Werttreiber bei institutionellen Investoren und einem Vermarktungsargument bei nachhaltigkeitsorientierten Käufern entwickeln kann.

Beispiel aus der Praxis

Ein Bauträger erstellt für ein neues Bürogebäude einen Gebäuderessourcenpass, der dokumentiert, dass Stahlträger und Fassadenelemente lösbar verbunden sind und bei einem späteren Rückbau in rund 30 Jahren wiederverwendet werden können. Dies erhöht die Attraktivität des Objekts für nachhaltigkeitsorientierte Investoren.

Rechtsgrundlage

Keine spezielle bundesgesetzliche Rechtsgrundlage; der Gebäuderessourcenpass ist derzeit ein freiwilliges, branchengetragenes Instrument.

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