Hochlochziegelmauerwerk
Auch: HLZ-Mauerwerk · Hochlochziegelbau
Hochlochziegelmauerwerk besteht aus Ziegelsteinen mit zahlreichen, vertikal durchgehenden Lochungen (Hochlochziegel, kurz HLZ). Die Kammern reduzieren das Gewicht und verbessern die Wärmedämmung, während der Ziegel weiterhin ausreichend Tragfähigkeit für Wände bietet.
Ausführliche Erklärung
Hochlochziegel gehören zu den meistverwendeten Baustoffen für monolithische Außenwände im deutschen Wohnungsbau und sind für Makler relevant, wenn es um die energetische Einordnung und den baulichen Zustand von Massivhäusern geht.
- Aufbau: Im Gegensatz zum Vollziegel oder Lochziegel mit wenigen Löchern besitzt der Hochlochziegel viele feine, meist mit Dämmmaterial (z. B. Perlite, Mineralwolle) verfüllte Kammern, die senkrecht durch den Stein verlaufen. Bekannte Markenprodukte sind z. B. Poroton- oder Unipor-Ziegel.
- Bauweise: Hochlochziegelmauerwerk wird meist einschalig als monolithische Wand ohne zusätzliches Wärmedämmverbundsystem errichtet ("Ziegel pur"-Bauweise), kann aber auch mit zusätzlicher Außendämmung kombiniert werden.
- Vorteile: Gute Wärmedämmung bei ausreichender Wandstärke (36,5–49 cm üblich für monolithische Ausführung), guter Schallschutz, diffusionsoffen, feuchteregulierend, hoher Schallschutz bei ausreichender Rohdichte.
- Praxisrelevanz für Makler: Bei Bestandsobjekten mit Hochlochziegelmauerwerk ist die Wandstärke ein wichtiges Kriterium für den energetischen Standard – dünnere HLZ-Wände ohne zusätzliche Dämmung entsprechen oft nicht mehr aktuellen GEG-Anforderungen bei Neubauten, sind aber im Bestand meist Bestandsschutz-relevant. Für Modernisierungsberatung ist relevant, ob eine nachträgliche Außendämmung sinnvoll oder aufgrund der bereits guten Ziegeleigenschaften verzichtbar ist.
Beispiel aus der Praxis
Ein 2015 errichtetes Einfamilienhaus wurde monolithisch aus 42,5 cm starken Hochlochziegeln ohne zusätzliches WDVS gebaut. Der Energieberater bestätigt, dass die Wandkonstruktion die Anforderungen des GEG ohne zusätzliche Dämmschicht erfüllt – ein Verkaufsargument, das der Makler im Exposé als "monolithische Ziegelbauweise, dämmstoffreduziert" hervorhebt.
Rechtsgrundlage
- DIN EN 1996 (Eurocode 6) – Bemessung von Mauerwerksbauten.
- DIN EN 771-1 – Festlegungen für Mauersteine, Teil 1: Mauerziegel (einschließlich Hochlochziegel); löste die frühere DIN 105 ab.
- GEG (Gebäudeenergiegesetz) – Anforderungen an den Wärmeschutz der Außenwandkonstruktion.