Hochlochziegel

Auch: HLZ

Der Hochlochziegel ist ein gebrannter Mauerziegel mit hochkant, also senkrecht zur Auflagerfläche verlaufenden Lochreihen. Die Lochung verringert das Gewicht und verbessert die Wärmedämmeigenschaften gegenüber vollen Ziegeln.

Ausführliche Erklärung

Hochlochziegel gehören zur Gruppe der Leichtziegel und sind der heute im Wohnungsbau am weitesten verbreitete Mauerziegeltyp für monolithisches, einschaliges Mauerwerk. Durch die vertikale Lochung – häufig zusätzlich mit wärmedämmender Füllung aus Mineralwolle oder Perlite – wird der Anteil an wärmeleitendem Scherbenmaterial reduziert, was die Wärmeleitfähigkeit des Steins senkt und so den energetischen Standard der Außenwand ohne zusätzliches Wärmedämmverbundsystem verbessern kann.

Man unterscheidet Hochlochziegel unter anderem nach Rohdichteklasse, Druckfestigkeitsklasse und Lochanteil; hochwärmedämmende Varianten mit sehr hohem Lochanteil und Dämmstofffüllung erreichen Wärmeleitfähigkeiten, die monolithisches Mauerwerk konkurrenzfähig zu gedämmten Konstruktionen machen. Die Anforderungen an Maße, Rohdichte, Druckfestigkeit und weitere Eigenschaften sind europaweit einheitlich in der Normenreihe DIN EN 771-1 für Mauerziegel geregelt.

Für Makler ist die Kenntnis des Wandaufbaus relevant, weil monolithisches Mauerwerk aus hochwärmedämmenden Hochlochziegeln ohne sichtbares Wärmedämmverbundsystem auskommt, was sich sowohl auf die energetische Bewertung als auch auf die Instandhaltungsanfälligkeit (kein Putzabplatzrisiko durch WDVS) auswirken kann.

Beispiel aus der Praxis

Ein Bauträger errichtet die Außenwände eines Neubaus einschalig aus hochwärmedämmenden Hochlochziegeln mit Mineralwollfüllung, um die Anforderungen an den energetischen Mindeststandard ohne zusätzliche Dämmschicht zu erfüllen.

Rechtsgrundlage

  • DIN EN 771-1 – europäische Produktnorm für Mauerziegel, regelt Anforderungen an Hochlochziegel hinsichtlich Maßen, Rohdichte, Druckfestigkeit und Dauerhaftigkeit.
  • Keine eigene gesetzliche Regelung; die energetischen Anforderungen an die Gebäudehülle ergeben sich aus dem Gebäudeenergiegesetz (GEG), unabhängig vom gewählten Mauersteintyp.

Verwandte Begriffe