Massivbauweise

Auch: Massivbau

Bei der Massivbauweise werden die tragenden Bauteile eines Gebäudes – vor allem Wände und Decken – aus massiven, mineralischen Baustoffen wie Mauerwerk, Kalksandstein, Porenbeton oder Stahlbeton errichtet, im Unterschied zu Skelett- oder Holzbauweisen mit tragendem Stützen-/Rahmensystem.

Ausführliche Erklärung

Die Massivbauweise ist in Deutschland die mit Abstand am weitesten verbreitete Bauweise für Wohngebäude. Kennzeichnend ist, dass die Wände selbst tragende und meist auch raumabschließende Funktion übernehmen (im Gegensatz zur Skelettbauweise, bei der ein Stützen-Träger-Gerüst die Lasten abträgt und die Wände nur ausfachen). Typische Baustoffe sind:

  • Mauerwerk aus Ziegel, Kalksandstein oder Porenbeton,
  • Stahlbeton, insbesondere bei Decken, Kellerwänden und tragenden Innenwänden,
  • Beton im monolithischen Massivbau (z. B. Betonschalungssysteme).

Vorteile der Massivbauweise sind ein hoher Schallschutz, eine gute Wärmespeicherfähigkeit (thermische Masse), lange Lebensdauer und hohe Wertbeständigkeit sowie ein vergleichsweise hoher Brandschutz. Nachteilig sind längere Bauzeiten wegen der erforderlichen Trocknungs- und Aushärtezeiten sowie ein tendenziell höheres Gewicht, das entsprechende Gründungen erfordert.

Bauordnungsrechtlich gibt es keine eigenständige gesetzliche Definition der „Massivbauweise"; maßgeblich sind stattdessen die materialbezogenen technischen Regelwerke, etwa die Eurocode-Normen für Mauerwerksbau (DIN EN 1996) und Betonbau (DIN EN 1992), die statische Bemessung, Standsicherheit und Ausführung regeln. Für Makler ist die Bauweise vor allem bei der Objektbeschreibung und im Zusammenhang mit energetischen und akustischen Eigenschaften relevant, da massive Bauteile andere bauphysikalische Kennwerte aufweisen als Leicht- oder Skelettbauten.

Beispiel aus der Praxis

Ein freistehendes Einfamilienhaus wird in Massivbauweise errichtet: Die Außen- und Innenwände bestehen aus Kalksandstein-Mauerwerk mit Wärmedämmverbundsystem, die Geschossdecken sind aus Stahlbeton gegossen. Das Gebäude überzeugt durch guten Schallschutz zwischen den Etagen und eine hohe Speichermasse, die im Sommer für ein angenehmes Innenklima sorgt.

Rechtsgrundlage

Keine eigene gesetzliche Definition. Maßgeblich sind die technischen Baubestimmungen der jeweiligen Landesbauordnungen in Verbindung mit den einschlägigen Bemessungsnormen für Mauerwerk und Beton (u. a. DIN EN 1996, DIN EN 1992).

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