Skelettbauweise
Auch: Skelettbau · Stahlskelettbau · Betonskelettbau
Bei der Skelettbauweise übernimmt ein Gerüst aus vertikalen Stützen und horizontalen Trägern (das „Skelett", meist aus Stahl, Stahlbeton oder Holz) die tragende Funktion des Gebäudes. Wände dienen dabei nur noch als nichttragende Ausfachung oder Fassade.
Ausführliche Erklärung
Die Skelettbauweise unterscheidet sich grundlegend von der Massivbauweise: Während dort die Wände selbst tragend sind, leiten bei der Skelettbauweise Stützen und Unterzüge bzw. Deckenträger sämtliche vertikalen und horizontalen Lasten in die Gründung ab. Die Wände – ob aus Mauerwerk, Glas, Leichtbauplatten oder vorgehängten Fassadenelementen – haben lediglich raumabschließende und dämmende, aber keine tragende Funktion. Man unterscheidet je nach verwendetem Material vor allem:
- Stahlskelettbau: Stützen und Träger aus Stahlprofilen; typisch für Bürogebäude, Hochhäuser, Industrie- und Hallenbauten wegen großer erzielbarer Spannweiten und schneller Montage.
- Stahlbeton-Skelettbau (Betonskelettbau): Stützen und Unterzüge aus Stahlbeton, oft in Ortbeton oder als Fertigteil; verbreitet im Gewerbe- und Geschossbau.
- Holzskelettbau: Tragkonstruktion aus Holzstützen und -trägern, häufig kombiniert mit nichttragenden Ausfachungen oder Vorhangfassaden.
Vorteile der Skelettbauweise sind große, flexibel unterteilbare Grundrissflächen ohne tragende Innenwände, kurze Bauzeiten durch hohen Vorfertigungsgrad sowie die Möglichkeit großflächiger Verglasungen. Nachteile können ein höherer Aufwand für Schall- und Brandschutz an den nichttragenden Bauteilen sowie ein spezifisches konstruktives Know-how bei Anschlussdetails sein.
Für die Immobilienbewertung und -vermarktung ist relevant, dass Skelettbauten – insbesondere im Gewerbebereich – häufig eine hohe Nutzungsflexibilität bieten, da Trennwände ohne statische Eingriffe versetzt werden können. Eine eigenständige gesetzliche Definition der Skelettbauweise existiert nicht; maßgeblich für die statische Bemessung sind die einschlägigen Eurocodes (u. a. DIN EN 1993 für Stahlbau, DIN EN 1992 für Stahlbetonbau).
Beispiel aus der Praxis
Ein Bürogebäude wird als Stahlbeton-Skelettbau errichtet: Tragende Stützen im Raster von 7,5 Metern nehmen sämtliche Lasten auf, sodass die Innenwände flexibel als Trockenbauwände eingezogen und bei einem späteren Mieterwechsel ohne statischen Eingriff versetzt werden können.
Rechtsgrundlage
Keine eigene gesetzliche Definition. Maßgeblich sind die technischen Bemessungsnormen für die jeweilige Tragkonstruktion, insbesondere DIN EN 1993 (Stahlbau) und DIN EN 1992 (Stahlbetonbau).