Porenbeton

Auch: Gasbeton · Ytong

Porenbeton (umgangssprachlich oft "Gasbeton" oder nach der bekanntesten Marke "Ytong" genannt) ist ein mineralischer Baustoff aus Sand, Kalk, Zement und einem Treibmittel, der durch chemische Reaktion mit feinen, geschlossenen Luftporen durchsetzt wird. Diese Porenstruktur macht den Baustoff leicht und wärmedämmend bei gleichzeitig ausreichender Tragfähigkeit.

Ausführliche Erklärung

Porenbeton ist einer der wichtigsten Baustoffe für die monolithische Massivbauweise in Deutschland:

  • Herstellung: Die Ausgangsmasse aus Kalk, Zement, Sand und Aluminiumpulver wird in Formen gegossen; das Aluminiumpulver reagiert mit dem alkalischen Milieu und erzeugt Wasserstoffgas, das feine Poren im Gefüge bildet. Anschließend wird der Rohling im Autoklaven unter Dampfdruck gehärtet.
  • Bauphysikalische Eigenschaften: Die feinen, geschlossenen Poren sorgen für eine sehr geringe Wärmeleitfähigkeit bei gleichzeitig geringem Gewicht – Porenbeton wird daher häufig in Steinen mit großem Format für die monolithische Bauweise ohne zusätzliches Wärmedämmverbundsystem verwendet.
  • Rohdichteklassen: Porenbeton wird in verschiedenen Rohdichteklassen (üblich: 0,35 bis 0,70 kg/dm³) angeboten; niedrigere Rohdichte bedeutet bessere Dämmwirkung, aber geringere Druckfestigkeit und Tragfähigkeit.
  • Verarbeitung: Aufgrund der maßgenauen Herstellung wird Porenbeton meist im Dünnbettverfahren mit Klebemörtel vermauert, was die Bauzeit verkürzt.
  • Praxisrelevanz: Porenbeton wird für tragende Außen- und Innenwände sowie als Ausfachung in Skelettbauten verwendet. Er ist nicht brennbar (Baustoffklasse A1) und bietet daher einen guten Brandschutz. Nachteile sind eine geringere Druckfestigkeit im Vergleich zu Kalksandstein oder Beton, weshalb Porenbeton in der Regel nur bis zu einer begrenzten Geschosszahl (üblich bis 4-5 Geschosse) eingesetzt wird, sowie eine höhere Feuchteempfindlichkeit während der Bauphase (muss vor Regen geschützt werden).

Beispiel aus der Praxis

Ein Bauunternehmen verwendet für ein Einfamilienhaus 36,5 cm dicke Porenbetonsteine mit einer Rohdichte von 0,40 kg/dm³ in monolithischer Bauweise. Der Makler erklärt Kaufinteressenten, dass durch die guten Dämmeigenschaften des Porenbetons auf ein zusätzliches Wärmedämmverbundsystem verzichtet werden konnte.

Rechtsgrundlage

  • DIN EN 771-4 – Anforderungen an Mauersteine aus Porenbeton.
  • DIN 4108 – Wärmeschutz im Hochbau.
  • Gebäudeenergiegesetz (GEG) – energetische Mindestanforderungen, die durch die Wahl der Porenbeton-Rohdichteklasse beeinflusst werden.

Verwandte Begriffe