Rohbau II

Auch: Rohbaustufe 2

"Rohbau II" bezeichnet in Bautenstandsberichten und Wertgutachten die Fortschrittsstufe nach Rohbau I: Das Gebäude ist bereits eingedeckt und wetterdicht, Fenster und Außentüren sind roh eingesetzt, der eigentliche Innenausbau hat aber noch nicht begonnen.

Ausführliche Erklärung

Rohbau II baut auf Rohbau I auf und markiert den Zeitpunkt, an dem das Gebäude im Wesentlichen witterungsgeschützt ("wetterdicht") ist. Typische Merkmale:

  • Dachdeckung ist fertiggestellt, einschließlich Dachrinnen und Fallrohre,
  • Fenster und Außentüren sind eingesetzt (roh, d. h. ohne Endmontage von Beschlägen/Griffen im fertigen Ausbaustandard),
  • der Rohbau ist damit witterungsunabhängig für die nachfolgenden Innenarbeiten (Rohinstallation, Innenputz, Estrich).

Praxisrelevanz für Makler:

  • Rohbau II entspricht in etwa dem Bautenstand, ab dem die Innengewerke (Rohinstallation der Heizungs-, Sanitär- und Elektroanlagen) beginnen können, weil das Gebäude nun geschützt vor Witterungseinflüssen ist.
  • Wie bei Rohbau I ist auch hier die exakte Abgrenzung nicht gesetzlich vereinheitlicht; unterschiedliche Sachverständige oder Bauträger können die Stufe leicht abweichend definieren, insbesondere hinsichtlich Fassadenarbeiten.
  • Für Kaufinteressenten, die eine Bauträgerwohnung im Bau besichtigen, ist "Rohbau II" oft der erste Zeitpunkt, ab dem sich Raumproportionen, Lichteinfall und Ausblick realistisch beurteilen lassen.
  • Für die Finanzierung ist der Übergang von Rohbau I zu Rohbau II regelmäßig ein weiterer Auszahlungsschritt bei Bautenstandsberichten.

Beispiel aus der Praxis

Bei der zweiten Baubegehung stellt der Sachverständige fest, dass das Dach vollständig eingedeckt und die Fenster eingesetzt sind – das Gebäude gilt damit als "Rohbau II" bzw. wetterdicht. Ab diesem Zeitpunkt können die Elektro-, Sanitär- und Heizungsinstallateure mit der Rohinstallation im Gebäudeinneren beginnen.

Rechtsgrundlage

Keine spezielle Rechtsgrundlage. Wie bei Rohbau I handelt es sich um eine in der Bau- und Finanzierungspraxis übliche, nicht gesetzlich normierte Bautenstandsklassifizierung.

Verwandte Begriffe