Tropfkante
Auch: Tropfnase · Wassernase
Die Tropfkante ist eine nach unten abgesetzte, oft leicht vorstehende Kante an Bauteilen wie Fensterbänken, Balkonplatten oder Dachüberständen. Sie sorgt dafür, dass ablaufendes Regenwasser kontrolliert abtropft, statt an der darunterliegenden Fassade entlangzulaufen.
Ausführliche Erklärung
Ohne Tropfkante würde Wasser an der Unterseite eines auskragenden Bauteils entlang zur Wand zurücklaufen (Kapillareffekt) und dort Feuchteschäden, Algenbewuchs oder Frostschäden verursachen. Die Tropfkante unterbricht diesen Wasserfilm durch eine scharfe, meist rechtwinklig oder als Nut ausgebildete Kante, sodass Wassertropfen frei von der Unterseite abfallen, statt der Bauteiloberfläche zu folgen.
Typische Anwendungsorte sind Fensterbänke (Außenfensterbänke aus Blech, Naturstein oder Kunststoff), Balkon- und Terrassenplatten, Attiken, Dachüberstände sowie Sockelabschlüsse. Fehlt die Tropfkante oder ist sie beschädigt bzw. zugeschmiert (z. B. durch nachträgliche Dämmung oder Anstriche), zeigt sich das häufig durch dunkle Feuchtestreifen oder Algenbildung unterhalb des betroffenen Bauteils – ein Detail, das bei der Objektbesichtigung auf möglichen Sanierungsbedarf hindeuten kann.
Beispiel aus der Praxis
Bei der Besichtigung eines Reihenhauses fallen dunkle Streifen unterhalb der Fensterbänke auf. Der Sachverständige stellt fest, dass die Tropfkanten der Fensterbänke bei einer früheren Fassadendämmung überdeckt wurden – das Regenwasser läuft seither an der Fassade herunter statt abzutropfen, was zu den sichtbaren Verschmutzungen geführt hat.
Rechtsgrundlage
Keine spezielle gesetzliche Rechtsgrundlage; die Ausbildung der Tropfkante richtet sich nach den anerkannten Regeln der Technik im Fassaden- und Klempnerhandwerk (u. a. Fachregeln des Dachdeckerhandwerks).