Unterspannbahn

Auch: Unterdeckbahn · Dachfolie

Die Unterspannbahn ist eine wasserabweisende Kunststoff- oder Bitumenbahn, die unter der Dachdeckung (z. B. Dachziegeln) auf der Sparrenlage verlegt wird. Sie schützt die darunterliegende Dämmung und Konstruktion vor Feuchtigkeit, die durch Wind, Flugschnee oder kleine Undichtigkeiten der Dachdeckung eindringt.

Ausführliche Erklärung

Für Makler ist die Unterspannbahn Teil der "unsichtbaren", aber bauphysikalisch entscheidenden Dachkonstruktion, die bei Besichtigungen selten direkt einsehbar ist, aber bei Sanierungsfragen und Zustandsbeschreibungen thematisiert werden sollte. Wichtige Unterscheidungen:

  • Diffusionsoffene Unterspannbahnen: lassen Wasserdampf von innen nach außen entweichen (wichtig bei gedämmten Dächern), verhindern aber das Eindringen von Wasser von außen.
  • Diffusionsdichte Unterspannbahnen (Unterdeckbahnen alter Bauart): werden heute seltener verwendet, da sie das Risiko von Feuchtestau in der Konstruktion erhöhen können.

Die Unterspannbahn ist ein zentraler Baustein des sogenannten "zweiten Wasserführungsebene"-Prinzips im Dachaufbau: Selbst wenn durch Sturm, Hagel oder Alterung einzelne Dachziegel undicht werden, leitet die Unterspannbahn eindringendes Wasser kontrolliert zur Traufe ab, bevor es die Dämmung oder den Dachstuhl erreicht. Bei älteren Häusern (vor den 1990er-Jahren) fehlt oft eine funktionsfähige Unterspannbahn oder es wurden ungeeignete, nicht diffusionsoffene Materialien verbaut – ein häufiger Grund für Feuchte- und Schimmelschäden im Dachgeschoss, der bei der technischen Prüfung vor dem Kauf relevant sein kann.

Beispiel aus der Praxis

Bei der Besichtigung eines 1985 erbauten Hauses mit ausgebautem Dachgeschoss empfiehlt der Makler dem Kaufinteressenten, den Zustand der Unterspannbahn durch einen Bausachverständigen prüfen zu lassen, da in diesem Baujahr häufig noch diffusionsdichte, mittlerweile spröde Bahnen verbaut wurden.

Rechtsgrundlage

Keine spezielle gesetzliche Rechtsgrundlage. DIN 4108 (Wärmeschutz und Feuchteschutz) sowie die Fachregeln des Zentralverbands des Deutschen Dachdeckerhandwerks definieren die technischen Anforderungen an Unterspannbahnen.

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