Aufschiebling
Auch: Aufschiebeling · Fußschiebling
Ein Aufschiebling ist ein zusätzliches, kürzeres Holzstück, das auf den regulären Dachsparren im Traufbereich aufgesetzt wird und dort für eine flachere Dachneigung sorgt. Dadurch entsteht ein optisch geschwungener Dachüberstand, wie er bei traditionellen Bauernhäusern häufig zu sehen ist.
Ausführliche Erklärung
Für den Makler ist der Aufschiebling in erster Linie ein Erkennungsmerkmal traditioneller Dachformen (z. B. fränkische oder oberbayerische Bauernhäuser, Krüppelwalmdächer) und weniger ein preisrelevantes Detail – er kann aber bei der Objektbeschreibung von Altbauten oder denkmalgeschützten Gebäuden auftauchen.
Konstruktiv wird der Aufschiebling im unteren Drittel der Sparrenlänge auf den Hauptsparren montiert. Durch die geringere Neigung am Dachfuß wird der Wasserablauf im Traufbereich verlangsamt und der Dachüberstand wirkt optisch "geschweift" bzw. leicht nach unten geneigt. Diese Bauweise verbessert zudem den Schutz der Fassade vor Schlagregen, da der Dachüberstand weiter auskragt, ohne dass die gesamte Dachfläche in der flacheren Neigung ausgeführt werden muss (was bautechnisch bei steilen Dächern problematisch wäre).
Aufschieblinge finden sich häufig in Kombination mit Biberschwanzziegeln oder Reet-/Stroheindeckungen bei historischen Gebäuden. Bei der Bewertung ist relevant, dass ein Aufschiebling als zusätzliches Holzbauteil im Alter anfälliger für Feuchteschäden am Sparrenfuß (Traufbereich) sein kann – ein Punkt für die Bauzustandsbeschreibung.
Beispiel aus der Praxis
Ein denkmalgeschütztes Bauernhaus in Oberbayern hat ein Satteldach mit ausgeprägtem Dachüberstand: Im Traufbereich wurden Aufschieblinge auf die Hauptsparren montiert, wodurch das Dach zum First hin steiler, zur Traufe hin deutlich flacher verläuft.
Rechtsgrundlage
Keine spezielle Rechtsgrundlage. Bautechnisch relevant sind allgemeine anerkannte Regeln der Zimmermannskunst sowie ggf. denkmalschutzrechtliche Vorgaben bei der Sanierung historischer Dachkonstruktionen.