Traufe

Auch: Dachtraufe · Traufkante

Die Traufe ist die untere Kante einer geneigten Dachfläche, an der das Regenwasser gesammelt und über die Dachrinne abgeleitet wird. Sie bildet den Übergang zwischen Dach und Außenwand und ist bautechnisch wie planungsrechtlich ein wichtiger Bezugspunkt.

Ausführliche Erklärung

Für Makler ist die Traufe vor allem wegen der Traufhöhe relevant: Diese Höhe (gemessen von der festgelegten Geländeoberkante bis zum Schnittpunkt von Außenwand und Dachhaut) wird häufig im Bebauungsplan als verbindliches Maß der baulichen Nutzung festgesetzt (zusammen mit First- und Gebäudehöhe). Die zulässige Traufhöhe bestimmt maßgeblich, wie hoch ein Gebäude und damit wie viele Vollgeschosse bzw. wie ausgebaut das Dachgeschoss realisiert werden dürfen – ein zentraler Punkt bei der Beurteilung von Aufstockungs- oder Ausbaupotenzial einer Immobilie.

Bautechnisch ist der Traufbereich zudem konstruktiv sensibel: Hier treffen Dachkonstruktion, Dämmung, Dachrinne und Fassade aufeinander, weshalb unzureichend ausgeführte Traufdetails (fehlende Hinterlüftung, mangelhafte Abdichtung) häufig Ursache für Feuchteschäden sind. Man unterscheidet:

  • Kalte Traufe: die Dachüberstand-Konstruktion ist hinterlüftet, üblich bei gedämmten Steildächern.
  • Warme Traufe: die Dämmung reicht bis an die Außenkante, seltener und anfälliger für Wärmebrücken.

Beispiel aus der Praxis

Ein Bebauungsplan setzt für ein Neubaugebiet eine maximale Traufhöhe von 6,50 m fest. Ein Bauherr, der ein zweigeschossiges Haus mit vollem drittem Geschoss unter dem Dach plant, muss die Dachneigung und Geschosshöhen entsprechend anpassen, um diese Vorgabe einzuhalten – der Makler weist Kaufinteressenten mit Aufstockungswünschen auf diese Beschränkung hin.

Rechtsgrundlage

  • § 18 BauNVO – Regelt, wie die Höhe baulicher Anlagen (First- und Traufhöhe) in Bebauungsplänen festgesetzt werden kann.
  • Landesbauordnungen – enthalten ergänzende Vorschriften zu Abstandsflächen, die sich auch an der Traufhöhe orientieren.
  • Bebauungsplan der jeweiligen Gemeinde – legt im Einzelfall die konkret zulässige Traufhöhe fest.

Verwandte Begriffe