Buy-and-Hold-Strategie

Auch: Kaufen-und-Halten-Strategie

Bei der Buy-and-Hold-Strategie erwirbt ein Investor eine Immobilie mit der Absicht, sie über viele Jahre oder Jahrzehnte im Bestand zu halten, statt sie kurzfristig weiterzuverkaufen. Im Vordergrund stehen stabile laufende Mieteinnahmen sowie eine langfristige Wertsteigerung.

Ausführliche Erklärung

Die Buy-and-Hold-Strategie ist die klassische Grundstrategie privater und vieler institutioneller Immobilienanleger und lässt sich in das Risiko-Rendite-Schema der Immobilieninvestitionsstrategien einordnen:

  • Core-Strategie als typische Ausprägung: Buy-and-Hold-Investoren fokussieren häufig auf Core- oder Core-Plus-Objekte – solide vermietete Bestandsimmobilien in guten bis sehr guten Lagen mit bonitätsstarken Mietern und langfristigen Mietverträgen.
  • Abgrenzung zu Trading-Strategien: Im Gegensatz zu opportunistischen oder Value-Add-Strategien, die auf kurzfristige Wertsteigerung durch Sanierung, Repositionierung und zeitnahen Weiterverkauf setzen, steht bei Buy-and-Hold der laufende Cashflow im Vordergrund, nicht der schnelle Exit.
  • Steuerliche Relevanz: In Deutschland ist die Haltedauer auch steuerlich bedeutsam – bei Privatvermögen entfällt nach Ablauf der zehnjährigen Spekulationsfrist (§ 23 EStG) die Steuerpflicht auf Veräußerungsgewinne, was die Buy-and-Hold-Strategie zusätzlich begünstigt.
  • Finanzierungsstruktur: Buy-and-Hold-Investoren wählen häufig moderate Fremdkapitalquoten mit längeren Zinsbindungen und kontinuierlicher Tilgung, um Zinsänderungsrisiken über die lange Haltedauer zu minimieren.
  • Risikoprofil: Die Strategie gilt als vergleichsweise risikoarm, da sie weniger von kurzfristigen Marktzyklen und Exit-Timing abhängt, dafür aber Geduld und ausreichende Liquiditätsreserven für Instandhaltung über den gesamten Lebenszyklus erfordert.

Für Makler ist die Buy-and-Hold-Strategie insbesondere bei der Beratung von Kapitalanlegern relevant, die primär eine Altersvorsorge oder einen langfristigen Vermögensaufbau anstreben und weniger an kurzfristigen Handelsgewinnen interessiert sind.

Beispiel aus der Praxis

Ein Anleger erwirbt eine Eigentumswohnung mit dem Ziel, sie über 20 bis 30 Jahre zu vermieten und im Rentenalter mietfrei zu wohnen oder die laufenden Mieteinnahmen als zusätzliche Altersvorsorge zu nutzen. Ein zwischenzeitlicher Verkauf ist nicht geplant – typisches Merkmal einer Buy-and-Hold-Strategie.

Rechtsgrundlage

Keine spezielle Rechtsgrundlage. Die Buy-and-Hold-Strategie ist ein Investmentkonzept ohne eigene gesetzliche Regelung; steuerlich relevant ist die Spekulationsfrist nach § 23 EStG.

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