Core-Satellite-Strategie

Auch: Core-Satellite-Ansatz · Kern-Satelliten-Strategie

Bei der Core-Satellite-Strategie bildet ein Großteil des Immobilienportfolios (der „Kern") risikoarme Core-Investments mit stabilen, planbaren Erträgen. Ergänzend wird ein kleinerer Anteil (die „Satelliten") in renditestärkere, aber risikoreichere Objekte investiert, etwa Value-Add- oder Opportunistic-Immobilien, um die Gesamtrendite des Portfolios zu steigern.

Ausführliche Erklärung

Der Ansatz stammt ursprünglich aus dem klassischen Wertpapier-Portfoliomanagement und wurde auf die Immobilieninvestition übertragen. Für Makler, die institutionelle Investoren oder vermögende Privatanleger beraten, ist das Grundprinzip relevant:

  • Kernportfolio (Core): typischerweise 60 bis 80 Prozent des investierten Kapitals fließen in Core- und Core-Plus-Immobilien mit stabilen Mieteinnahmen, langfristigen Mietverträgen und geringer Volatilität. Dieser Teil sichert die Basisrendite und den Kapitalerhalt.
  • Satellitenportfolio: der verbleibende Anteil (etwa 20 bis 40 Prozent) wird in Value-Add- oder Opportunistic-Investments angelegt – etwa Projektentwicklungen, Sanierungsobjekte oder Nischensegmente (z. B. Micro-Living, Self-Storage) –, die höhere Renditechancen, aber auch höhere Risiken und größere Wertschwankungen bieten.
  • Ziel: Diversifikation über Risikoklassen hinweg, um im Gesamtportfolio eine höhere risikoadjustierte Rendite zu erzielen als bei einer reinen Core-Strategie, ohne die Gesamtrisikoposition des Portfolios übermäßig zu erhöhen.
  • Praxisrelevanz: Die Strategie wird vor allem von institutionellen Investoren (Versicherungen, Pensionskassen, Immobilien-Spezialfonds) sowie vermögenden Family Offices eingesetzt, die ihr Immobilienvermögen strukturiert nach Risikoklassen aufteilen wollen.

Beispiel aus der Praxis

Ein Immobilien-Spezialfonds investiert 70 Prozent seines Kapitals in vollvermietete Bürogebäude und Einzelhandelsimmobilien in deutschen A-Städten (Core) und legt die restlichen 30 Prozent in Projektentwicklungen sowie Sanierungsobjekte in aufstrebenden B-Städten an (Satelliten), um die Gesamtrendite des Fonds zu steigern.

Rechtsgrundlage

Keine spezielle Rechtsgrundlage. Es handelt sich um eine Portfoliostrategie aus dem Investmentmanagement ohne eigene gesetzliche Regelung.

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