Core-Immobilie
Auch: Core-Investment · Core Property
Eine Core-Immobilie ist die risikoärmste Kategorie im Immobilieninvestment: ein modernes, vollvermietetes Objekt in erstklassiger Lage mit bonitätsstarken Mietern, langen Restlaufzeiten der Mietverträge und geringem Instandhaltungsbedarf. Sie bietet stabile, aber im Vergleich zu risikoreicheren Investments moderate Renditen.
Ausführliche Erklärung
Core-Immobilien stehen an der sichersten Stelle der klassischen Risikoklassifizierung von Immobilieninvestments (Core, Core-Plus, Value-Add, Opportunistic). Typische Merkmale, die ein Makler bei der Objektbeurteilung und Investorenberatung heranziehen sollte:
- Lage: Top-Standorte in etablierten Metropolregionen bzw. den besten Lagen der jeweiligen Stadt (z. B. zentrale Bürolagen, 1a-Einzelhandelslagen).
- Objektqualität: Neubau oder kernsaniertes Bestandsgebäude, hoher energetischer und technischer Standard, kaum Investitionsstau.
- Vermietungssituation: Vollvermietung oder nahezu Vollvermietung, langfristige Mietverträge (häufig über 10 Jahre Restlaufzeit) mit bonitätsstarken, meist großen oder öffentlichen Mietern.
- Renditeerwartung: Vergleichsweise niedrige Anfangsrenditen (Net Initial Yield), da das geringe Risiko mit einem hohen Kaufpreis „erkauft" wird; institutionelle Investoren wie Versicherungen und Pensionskassen bevorzugen dieses Segment wegen der planbaren, langfristig sicheren Cashflows.
- Zielgruppe: vor allem konservative institutionelle Anleger, die Kapitalerhalt und stabile laufende Erträge priorisieren.
Core-Immobilien bilden häufig den sicheren Kernbestand eines diversifizierten Immobilienportfolios (vgl. Core-Satellite-Strategie) und werden von risikoreicheren Ansätzen (Core-Plus, Value-Add, Opportunistic) abgegrenzt, bei denen höhere Renditen durch aktives Management, Repositionierung oder Projektentwicklung angestrebt werden.
Beispiel aus der Praxis
Ein neu errichtetes Bürogebäude in bester Innenstadtlage von München ist zu 100 Prozent an ein bonitätsstarkes DAX-Unternehmen mit einem 15-jährigen Mietvertrag vermietet. Ein Versicherungskonzern erwirbt das Objekt als Core-Investment zur langfristigen Kapitalanlage mit einer Anfangsrendite von rund 3,2 Prozent.
Rechtsgrundlage
Keine spezielle Rechtsgrundlage. Es handelt sich um eine in der Immobilienwirtschaft etablierte Risikoklassifizierung ohne eigene gesetzliche Regelung.