Flachdecke

Auch: Pilzdecke

Eine Flachdecke ist eine Stahlbeton-Deckenkonstruktion, die ihre Lasten direkt auf Stützen abträgt, ohne dass zwischen Decke und Stütze ein Unterzug (Balken) erforderlich ist – die Deckenunterseite bleibt dadurch glatt und durchgehend.

Ausführliche Erklärung

Im Unterschied zu unterzugsgestützten Deckensystemen, bei denen Balken die Lasten der Decke einsammeln und zu den Stützen weiterleiten, überträgt die Flachdecke die Lasten unmittelbar in die Stützen. Konstruktiv erfordert dies eine ausreichende Deckendicke sowie im Bereich der Stützen häufig eine lokale Verstärkung (Stützenkopfverstärkung oder Vergrößerung des Stützenquerschnitts, sogenannte „Pilzköpfe"), um dem hier konzentrierten Durchstanzen der Last standzuhalten. Die Bemessung von Flachdecken aus Stahlbeton – insbesondere der Nachweis gegen Durchstanzen im Stützenbereich – ist Teil der europäischen Betonbaunorm DIN EN 1992-1-1 (Eurocode 2).

Der wesentliche Vorteil der Flachdecke liegt in der ebenen, unterzugsfreien Deckenuntersicht: Das erleichtert die Installation von Leitungen und abgehängten Decken, ermöglicht eine flexible Grundrissgestaltung ohne feste Balkenraster und wird daher häufig im Wohnungsbau, Bürobau und Parkhausbau eingesetzt. Nachteilig sind eine im Vergleich zu unterzugsgestützten Decken meist größere erforderliche Deckendicke und ein erhöhter Bewehrungsaufwand im Stützenbereich.

Beispiel aus der Praxis

Bei einem mehrgeschossigen Bürogebäude entscheidet sich der Planer für Flachdecken aus Stahlbeton, um im gesamten Grundriss auf sichtbare Unterzüge verzichten zu können. Im Bereich der Stützen wird die Deckendicke lokal erhöht, um den erforderlichen Durchstanznachweis nach Eurocode 2 zu erfüllen.

Rechtsgrundlage

  • DIN EN 1992-1-1 (Eurocode 2) – Bemessung und Konstruktion von Stahlbeton- und Spannbetontragwerken, einschließlich der Nachweise für Flachdecken gegen Durchstanzen im Stützenbereich.

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