Fundamentplatte
Auch: Bodenplatte · Plattengründung
Die Fundamentplatte (auch Bodenplatte oder Plattengründung genannt) ist eine durchgehende Betonplatte, die die gesamte Grundfläche eines Gebäudes trägt und dessen Lasten flächig und gleichmäßig in den Baugrund ableitet. Sie ist heute bei nicht unterkellerten Ein- und Mehrfamilienhäusern die am häufigsten verwendete Gründungsart.
Ausführliche Erklärung
Für den Makler ist die Fundamentplatte relevant, weil sie eine zentrale, aber im Nachhinein kaum sichtbare Bauqualitätsentscheidung darstellt, die Feuchteschutz, Wärmedämmung und Statik eines Gebäudes beeinflusst:
- Konstruktion: Die Bodenplatte besteht aus einer bewehrten Stahlbetonplatte (üblich: 20–30 cm Stärke bei Wohngebäuden), die auf einer Sauberkeitsschicht, einer Kapillarsperre gegen aufsteigende Feuchtigkeit und meist einer Dämmschicht (Perimeterdämmung) aufliegt. Am Rand wird sie in der Regel durch eine Frostschürze ergänzt, die bis unter die Frostgrenze reicht.
- Vorteile gegenüber Streifenfundament: Eine durchgehende Fundamentplatte verteilt die Lasten gleichmäßiger, ist bei kleineren bis mittleren Baukörpern oft wirtschaftlicher als einzelne Streifenfundamente mit separater Kellersohle und bietet zugleich eine gute Grundlage für eine Fußbodenheizung.
- Bauphysik: Wichtig ist eine durchgehende, wärmebrückenfreie Dämmung unter und am Rand der Platte sowie eine funktionierende Abdichtung gegen Bodenfeuchte bzw. drückendes Wasser (je nach Grundwasserstand als "Weiße Wanne" auszuführen).
- Praxisrelevanz: Bei der Objektbewertung ist relevant, ob die Fundamentplatte fachgerecht gedämmt und abgedichtet wurde – Mängel äußern sich oft erst Jahre später durch kalte Fußböden, Feuchtigkeit oder Schimmelbildung im Sockelbereich. Bei Bestandsimmobilien ohne Bauunterlagen lässt sich die Ausführung der Bodenplatte meist nur durch ein Gutachten oder punktuelle Öffnung klären.
Beispiel aus der Praxis
Für ein nicht unterkellertes Einfamilienhaus wird eine 25 cm dicke, bewehrte Fundamentplatte mit 16 cm Perimeterdämmung und umlaufender Frostschürze hergestellt. Auf dieser Bodenplatte wird anschließend eine Fußbodenheizung verlegt, die von der guten Wärmedämmung der Platte profitiert.
Rechtsgrundlage
Keine eigenständige Rechtsgrundlage; maßgeblich sind DIN 1054 und DIN EN 1997 (Eurocode 7) für geotechnische Nachweise sowie DIN EN 1992 (Eurocode 2) für die statische Bemessung der Stahlbetonplatte.