G-Wert

Auch: Gesamtenergiedurchlassgrad · SHGC · Solar Heat Gain Coefficient

Der G-Wert (Gesamtenergiedurchlassgrad) gibt an, welcher Anteil der auf eine Verglasung einfallenden Sonnenenergie tatsächlich als Wärme in den Raum gelangt. Er wird als Zahl zwischen 0 und 1 (bzw. in Prozent) angegeben und ist neben dem U-Wert eine zentrale Kenngröße für die energetische Qualität von Fenstern.

Ausführliche Erklärung

Für Makler ist der G-Wert vor allem im Zusammenhang mit sommerlichem Wärmeschutz und Energieeffizienznachweisen relevant – er wird in der Praxis seltener aktiv nachgefragt als der U-Wert, ist aber bei der Beurteilung moderner, großflächig verglaster Gebäude zunehmend wichtig.

Wesentliche Zusammenhänge:

  • Bedeutung im Winter: Ein hoher G-Wert ist im Winter vorteilhaft, da mehr Sonnenwärme passiv genutzt werden kann und der Heizbedarf sinkt (passive Solarenergienutzung).
  • Bedeutung im Sommer: Ein hoher G-Wert kann im Sommer zu unerwünschter Überhitzung von Innenräumen führen, weshalb bei großen Fensterflächen oder Südausrichtung ein niedrigerer G-Wert (kombiniert mit außenliegendem Sonnenschutz) sinnvoll sein kann.
  • Typische Werte: Einfachverglasung erreicht G-Werte um 0,85–0,9, moderne Wärmeschutzverglasung (Zweifach- oder Dreifachverglasung mit Low-E-Beschichtung) liegt meist zwischen 0,5 und 0,65; Sonnenschutzgläser können auf G-Werte unter 0,3 reduziert werden.
  • Zusammenspiel mit dem U-Wert: U-Wert und G-Wert sind bei der Fensterauswahl gegeneinander abzuwägen: Eine hoch wärmedämmende Verglasung mit niedrigem U-Wert kann durch Beschichtungen gleichzeitig einen geringeren solaren Energieeintrag (G-Wert) haben – die Wahl hängt von Ausrichtung, Verschattung und Nutzung des Gebäudes ab.
  • Nachweispflicht: Im Rahmen des sommerlichen Wärmeschutznachweises nach DIN 4108-2, der bei größeren Fensterflächen im Neubau zwingend zu erbringen ist, spielt der G-Wert eine zentrale Rolle.

Praxisrelevanz für den Makler: Bei Objekten mit großen Fensterflächen (z. B. moderne Neubauten, Penthouse-Wohnungen mit Vollverglasung) sollte der G-Wert der Verglasung angesprochen werden, da er über sommerlichen Wohnkomfort und mögliche Klimatisierungskosten entscheidet.

Beispiel aus der Praxis

Ein Bauträger plant für ein Penthouse eine bodentiefe Südverglasung. Um sommerliche Überhitzung zu vermeiden, wählt der Planer eine Sonnenschutzverglasung mit einem G-Wert von 0,35 statt einer Standardverglasung mit G-Wert 0,6 – der Makler kann dies später als Argument für hohen Wohnkomfort im Sommer nutzen.

Rechtsgrundlage

  • DIN EN 410 – Bestimmungsverfahren für lichttechnische und strahlungsphysikalische Eigenschaften von Glas, inklusive G-Wert.
  • DIN 4108-2 – Nachweis des sommerlichen Wärmeschutzes, in dem der G-Wert von Verglasungen berücksichtigt wird.
  • Gebäudeenergiegesetz (GEG) – berücksichtigt solare Gewinne im Rahmen der energetischen Bilanzierung.

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