Holzbau

Auch: Bauen mit Holz · Holzbauwesen

Holzbau ist der Oberbegriff für sämtliche Bauverfahren, bei denen Holz und Holzwerkstoffe als tragende oder konstruktive Materialien für Wände, Decken und Dachtragwerke eingesetzt werden – von traditionellen Fachwerkbauten bis zu modernen mehrgeschossigen Holzsystembauten.

Ausführliche Erklärung

Der Holzbau umfasst ein breites Spektrum an Konstruktionsformen: den traditionellen Fachwerkbau, den Blockbau, den modernen Holzrahmen- und Holztafelbau sowie den Massivholzbau aus Brettsperrholz (siehe Holzbauweise). Holz zeichnet sich als Baustoff durch ein günstiges Verhältnis von Tragfähigkeit zu Eigengewicht, gute Vorfertigbarkeit, kurze Bauzeiten und – als nachwachsender Rohstoff – durch CO₂-Bindung während des Baumwachstums aus.

Die statische Bemessung von Holzbauten erfolgt in Deutschland nach Eurocode 5 (DIN EN 1995-1-1) mit nationalem Anhang. Neben der Tragfähigkeit spielen im Holzbau Feuchteschutz (Vermeidung von Fäulnis und Schimmel), Brandschutz und die Wärmedämmung der Gebäudehülle eine zentrale Rolle für die Langlebigkeit und Nutzungssicherheit des Gebäudes. Mit steigender Gebäudehöhe verschärfen sich die bauordnungsrechtlichen Anforderungen, insbesondere hinsichtlich des Brandschutzes, weshalb der mehrgeschossige Holzbau als eigenständiges Themenfeld behandelt wird (siehe Mehrgeschossiger Holzbau).

Der Holzbau gewinnt in Deutschland aufgrund von Klimaschutzzielen, kurzen Bauzeiten und der guten Eignung für serielles und modulares Bauen zunehmend an Marktbedeutung, sowohl im Ein- und Zweifamilienhausbau als auch im mehrgeschossigen Wohnungs- und Bürobau.

Beispiel aus der Praxis

Ein Bauherr entscheidet sich beim Neubau eines Einfamilienhauses für Holzbau in Holzrahmenbauweise, da dieser eine kurze Bauzeit, gute Wärmedämmeigenschaften und eine positive Klimabilanz gegenüber einer vergleichbaren Massivbauweise verspricht.

Rechtsgrundlage

  • DIN EN 1995-1-1 (Eurocode 5) mit nationalem Anhang – maßgebliche Bemessungsnorm für Holzbauten in Deutschland.
  • Brandschutzanforderungen ergeben sich aus den Landesbauordnungen in Verbindung mit den jeweiligen Gebäudeklassen.

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