Montagebau

Auch: Fertigbauweise · Systembau · Vorfertigung

Montagebau bezeichnet eine Bauweise, bei der tragende und nicht tragende Bauteile – etwa Wand-, Decken- oder Dachelemente – in einem Werk industriell vorgefertigt und anschließend auf der Baustelle lediglich zusammengefügt (montiert) werden.

Ausführliche Erklärung

Im Gegensatz zum klassischen Ortbau, bei dem Bauteile direkt auf der Baustelle hergestellt werden (z. B. Ortbetonwände), erfolgt beim Montagebau die Herstellung der wesentlichen Elemente im Werk unter kontrollierten Bedingungen. Auf die Baustelle werden die fertigen oder teilfertigen Elemente (z. B. Wand-, Decken-, Stützen- oder Dachbinderelemente) transportiert und dort mittels Kran und standardisierter Verbindungstechnik (Verschraubungen, Vergussverbindungen, Konsolen) zusammengefügt.

Typische Ausprägungen sind der Betonfertigteilbau (z. B. vorgefertigte Skelettbau-Elemente, siehe Betonskelettbau), der Holzsystembau (siehe Holzbauweise) sowie modulare Raumzellenbauweisen, bei denen ganze Raummodule inklusive Ausbau im Werk vorgefertigt werden. Vorteile des Montagebaus sind kürzere Bauzeiten vor Ort, witterungsunabhängige und qualitätsgesicherte Fertigung sowie reduzierte Baustellenlogistik. Als Nachteile gelten geringere Flexibilität bei individuellen Grundrissen, höhere Anforderungen an Maßgenauigkeit und Transportlogistik sowie teils höhere Planungsvorlaufzeiten.

Der Montagebau spielt eine zunehmende Rolle im seriellen und modularen Bauen, das insbesondere zur Beschleunigung von Wohnungsbauvorhaben und zur Fachkräfteentlastung auf der Baustelle diskutiert wird. Eine eigenständige gesetzliche Definition des Montagebaus existiert nicht; es gelten die allgemeinen bauordnungsrechtlichen Anforderungen sowie die jeweils einschlägigen Bemessungsnormen für das verwendete Material (z. B. Eurocode 2 für Betonfertigteile, Eurocode 5 für Holzbauteile).

Beispiel aus der Praxis

Ein Bauträger errichtet ein mehrgeschossiges Wohngebäude in Montagebauweise: Die Außenwände und Deckenelemente werden als Betonfertigteile im Werk hergestellt und anschließend innerhalb weniger Wochen auf der Baustelle montiert, wodurch sich die Rohbauzeit gegenüber einer konventionellen Ortbetonbauweise deutlich verkürzt.

Rechtsgrundlage

  • Keine eigenständige gesetzliche Regelung des Montagebaus als Bauweise.
  • Bemessung der Fertigteile richtet sich nach den materialspezifischen Eurocodes (z. B. DIN EN 1992-1-1 für Beton, DIN EN 1995-1-1 für Holz) sowie den Landesbauordnungen für bauordnungsrechtliche Anforderungen.

Verwandte Begriffe