Hostel
Auch: Backpacker-Hostel · Jugendhotel
Ein Hostel ist ein einfacher, preiswerter Beherbergungsbetrieb, der neben klassischen Zimmern häufig Mehrbett- oder Schlafsäle mit Gemeinschaftsbad anbietet. Zielgruppe sind vor allem Rucksacktouristen, junge Reisende und preisbewusste Gäste, die Gemeinschaftsräume wie Küche und Lounge schätzen.
Ausführliche Erklärung
Hostels haben sich international als eigene Beherbergungskategorie zwischen der klassischen Jugendherberge und dem Budget-Hotel etabliert. Für die Immobilienbewertung und Vermarktung relevante Aspekte:
- Zimmerstruktur: Von 4- bis 12-Bett-Schlafsälen (Dorms) bis zu Privatzimmern mit eigenem Bad – Hostels bieten meist ein gemischtes Angebot, was eine höhere Bettenauslastung pro Quadratmeter erlaubt als klassische Hotels.
- Gemeinschaftsflächen: Lounges, Gemeinschaftsküchen, Bars und Co-Working-Bereiche sind prägend für das Konzept und beeinflussen Flächenzuschnitt und Grundriss erheblich.
- Rechtliche Einordnung: Anders als die Jugendherberge (DJH-Mitgliedschaft, gemeinnützig, Altersbeschränkungen in der Vergangenheit) sind Hostels meist privatwirtschaftlich betriebene Gewerbebetriebe ohne Altersbegrenzung.
- Genehmigungsrecht: Baurechtlich fallen Hostels unter Beherbergungsbetriebe; ab einer bestimmten Bettenzahl bzw. Gebäudehöhe (Sonderbauvorschriften) gelten erhöhte Brandschutzanforderungen, insbesondere bei Schlafsälen mit vielen Betten in einem Raum (Fluchtwege, Rauchmelder, Notbeleuchtung).
- Investmentperspektive: Hostels sind ein wachsendes Marktsegment im Hospitality-Investment, oft als Betreiberimmobilie mit Pachtvertrag strukturiert; Lagequalität (zentrumsnah, gut angebunden) ist entscheidender Wertfaktor.
- Konversionspotenzial: Leerstehende Bürogebäude oder ehemalige Verwaltungsbauten werden zunehmend zu Hostels umgenutzt, da die kleinteilige Zimmerstruktur mit vorhandenen Rastermaßen oft kompatibel ist.
Beispiel aus der Praxis
In einer Universitätsstadt wird ein leerstehendes Bürogebäude zu einem Hostel mit 120 Betten umgebaut: Ein Teil der Etagen bietet 6-Bett-Schlafsäle mit Gemeinschaftsbad, ein anderer Teil Doppelzimmer mit eigenem Bad, ergänzt durch eine große Gemeinschaftsküche und Dachterrassen-Bar.
Rechtsgrundlage
- Gaststättengesetze der Länder – Konzessions- und Betriebsanforderungen für Beherbergungsbetriebe.
- Landesbauordnungen – bauordnungsrechtliche Einstufung als Beherbergungsstätte, ggf. Sonderbau bei hoher Bettenzahl.
- Kein bundeseinheitliches Spezialgesetz für Hostels; die Einordnung folgt allgemeinen Vorschriften für Beherbergungsbetriebe.