Kellertreppe
Auch: Innentreppe zum Keller
Die Kellertreppe verbindet innerhalb des Gebäudes das Erdgeschoss mit dem Kellergeschoss. Sie unterscheidet sich vom Kellerabgang dadurch, dass sie sich im Gebäudeinneren befindet und nicht von außen zugänglich ist.
Ausführliche Erklärung
Für Makler ist die Kellertreppe vor allem bei der Bewertung von Erschließung, Sicherheit und Nutzungskomfort eines Objekts von Bedeutung:
- Bauordnungsrechtliche Anforderungen: Steigungsverhältnis, Stufenmaße, Handlaufhöhe und Beleuchtung von Kellertreppen unterliegen den Vorgaben der Landesbauordnungen und der DIN 18065 (Gebäudetreppen). Bei älteren Bestandsgebäuden entsprechen Kellertreppen häufig nicht den heutigen Komfort- oder Sicherheitsstandards (steile Steigung, fehlender Handlauf), was als Instandhaltungs- oder Modernisierungsbedarf im Exposé oder Gutachten vermerkt werden sollte.
- Rettungsweg-Funktion: In vielen Gebäuden ist die Kellertreppe zugleich Bestandteil des zweiten Rettungswegs oder zumindest relevant für die Fluchtwegplanung, insbesondere wenn im Keller Aufenthaltsräume (z. B. ausgebaute Hobbyräume) vorhanden sind.
- Barrierefreiheit: Kellertreppen sind grundsätzlich nicht barrierefrei; bei Objekten mit ausgebautem Kellergeschoss zur Wohnnutzung ist dies ein relevanter Hinweis für Interessenten mit eingeschränkter Mobilität.
- Zustand als Verhandlungsfaktor: Rutschige, unbeleuchtete oder marode Kellertreppen werden bei Besichtigungen häufig kritisch wahrgenommen und können Verhandlungsspielraum beim Kaufpreis eröffnen.
Beispiel aus der Praxis
In einem Einfamilienhaus aus den 1970er-Jahren führt eine steile, schmale Betontreppe ohne Handlauf vom Flur in den Keller. Der Makler weist den Kaufinteressenten darauf hin, dass die Treppe nicht den aktuellen Komfortstandards entspricht und die Nachrüstung eines Handlaufs empfehlenswert wäre.
Rechtsgrundlage
Keine eigenständige Spezialnorm. Maßgeblich sind die bauordnungsrechtlichen Anforderungen der Landesbauordnungen an Treppen in Gebäuden sowie die DIN 18065 (Gebäudetreppen, Anforderungen und Bemessungsregeln).