Naturgefahren-Check
Auch: Naturgefahrencheck · Naturgefahren-Analyse
Ein Naturgefahren-Check ist eine adressbezogene Risikoabfrage, mit der ermittelt wird, wie stark eine Immobilie durch Naturgefahren wie Starkregen, Überschwemmung, Rückstau, Erdbeben oder Erdrutsch gefährdet ist. Solche Checks werden unter anderem von Versicherern, dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) sowie kommunalen und behördlichen Stellen angeboten.
Ausführliche Erklärung
Für den Makler ist der Naturgefahren-Check ein nützliches Instrument, um Käufer und Verkäufer frühzeitig über Risiken und Versicherbarkeit einer Immobilie zu informieren:
- Funktionsweise: Anhand der Adresse oder Flurstücksdaten wird die Immobilie einer Gefährdungsklasse zugeordnet, häufig differenziert nach Starkregen-Gefährdungsklassen (ZÜRS-Geo-System der Versicherungswirtschaft) sowie separaten Einstufungen für Hochwasser, Erdbeben oder Erdrutsch.
- Bedeutung für die Versicherbarkeit: Die Einstufung beeinflusst, ob und zu welchen Konditionen eine Elementarschadenversicherung abgeschlossen werden kann; in besonders stark gefährdeten Lagen kann der Versicherungsschutz eingeschränkt sein oder mit höheren Selbstbehalten und Prämien verbunden sein.
- Relevanz für die Kaufentscheidung: Ein dokumentierter Naturgefahren-Check schafft Transparenz gegenüber Kaufinteressenten und kann helfen, spätere Streitigkeiten über verschwiegene Risikolagen zu vermeiden, auch wenn hierzu keine eigenständige gesetzliche Offenbarungspflicht besteht.
- Praxisrelevanz nach Extremwetterereignissen: Angesichts zunehmender Starkregen- und Hochwasserereignisse gewinnt der Naturgefahren-Check bei der Objektbewertung und -vermarktung an Bedeutung, insbesondere in Regionen mit bekannten Überschwemmungs- oder Rückstauproblemen.
Beispiel aus der Praxis
Vor dem Verkauf eines Hauses in Flussnähe lässt der Makler einen Naturgefahren-Check durchführen, der eine erhöhte Hochwassergefährdungsklasse ausweist. Er informiert die Kaufinteressenten transparent über das Ergebnis und empfiehlt, vor Vertragsabschluss die Konditionen einer Elementarschadenversicherung zu prüfen.
Rechtsgrundlage
Keine eigenständige gesetzliche Grundlage. Die Einstufung erfolgt auf Basis versicherungswirtschaftlicher Systeme wie ZÜRS Geo sowie amtlicher Hochwassergefahren- und Risikokarten der Länder.