Sanitärraum
Auch: Sanitärzelle · Nasszelle
Ein Sanitärraum ist ein mit sanitärer Ausstattung wie WC, Waschbecken, Dusche oder Badewanne ausgestatteter Raum, der wegen der Feuchtebelastung besondere bautechnische Anforderungen an Abdichtung und Lüftung erfüllen muss.
Ausführliche Erklärung
Zu den Sanitärräumen zählen Badezimmer, Gäste-WCs, Duschräume und vergleichbare Nasszellen in Wohn- und Gewerbeimmobilien. Bautechnisch sind diese Räume besonders feuchtebelastet, weshalb Böden und Wandbereiche im Spritzwasserbereich abzudichten sind (Verbundabdichtung nach den einschlägigen Regelwerken des Fliesenlegerhandwerks). Eine ausreichende Be- und Entlüftung – über Fenster oder eine mechanische Lüftungsanlage – ist notwendig, um Schimmelbildung durch Kondensationsfeuchte zu vermeiden; innenliegende, fensterlose Sanitärräume benötigen daher zwingend eine mechanische Entlüftung.
Bei der Wohnflächenberechnung zählen Sanitärräume vollständig zur Wohnfläche, sofern sie beheizt sind. Für Makler und Gutachter sind Sanitärräume ein zentraler Prüfpunkt bei der Zustandsbewertung: Mangelhafte Abdichtung, unzureichende Lüftung oder veraltete Installationen (Rohrleitungen, Elektroinstallation im Feuchtbereich) sind häufige Ursachen für Feuchtigkeits- und Schimmelschäden und damit bewertungsrelevant.
Beispiel aus der Praxis
Bei der Besichtigung einer Bestandswohnung stellt der Gutachter fest, dass das innenliegende Gäste-WC über keine mechanische Entlüftung verfügt und empfiehlt vor dem Verkauf die Nachrüstung eines Lüfters, um Schimmelbildung vorzubeugen.
Rechtsgrundlage
Keine spezielle bundesweite Rechtsgrundlage; Anforderungen an Abdichtung und Lüftung ergeben sich aus den anerkannten Regeln der Technik (z. B. Fachregeln des Fliesenlegerhandwerks) sowie den Vorgaben der Landesbauordnungen zur Belüftung fensterloser Räume.