Sparrendach

Auch: Sparrendachstuhl

Das Sparrendach ist eine Dachkonstruktion, bei der paarweise angeordnete, geneigte Holzbalken (Sparren) sich am First gegenseitig abstützen und ihre Lasten direkt in die Außenwände ableiten – ohne innere Stützen, Firstpfette oder Mittelunterstützung.

Ausführliche Erklärung

Beim Sparrendach bilden je zwei gegenüberliegende Sparren ein statisches Dreieck: Sie stützen sich am First gegenseitig ab und leiten die Dachlasten über die Traufe direkt in die tragenden Außenwände bzw. den Ringanker ein. Diese Bauweise kommt typischerweise bei kleineren bis mittleren Spannweiten (bis etwa 8 bis 10 Meter) zum Einsatz, da mit zunehmender Spannweite die Sparrenquerschnitte unwirtschaftlich groß würden. Im Unterschied zum Pfettendach, bei dem die Sparren auf liegenden Längsbalken (Pfetten) aufgelagert werden, benötigt das Sparrendach keine Mittelunterstützung und ermöglicht dadurch einen weitgehend stützenfreien Dachraum – ein Vorteil für den nachträglichen Dachgeschossausbau.

Für die Immobilienbewertung ist relevant, dass ein Sparrendach durch seine stützenfreie Konstruktion in der Regel eine bessere Ausbaufähigkeit des Dachgeschosses bietet als ein Pfettendach mit sichtbaren Stützen im Raum. Bei größeren Spannweiten oder ungünstiger Statik wird das reine Sparrendach häufig durch Kehlbalken (Kehlbalkendach) ausgesteift, um die Sparren gegen Durchbiegung zu sichern. Bei der Objektbesichtigung eines Dachgeschosses lohnt sich ein Blick auf die Dachkonstruktion, da Art und Zustand der Sparren (Feuchteschäden, Schädlingsbefall, ausreichende Dimensionierung) Aufschluss über den Sanierungs- und Ausbauaufwand geben.

Beispiel aus der Praxis

Beim geplanten Ausbau eines Dachgeschosses zu Wohnraum stellt der Architekt fest, dass das vorhandene Sparrendach keine störenden Mittelstützen aufweist und sich daher gut für einen offenen Wohnraum unter dem Dach eignet, sofern die Sparren ausreichend gedämmt und statisch ertüchtigt werden.

Rechtsgrundlage

Keine spezielle gesetzliche Rechtsgrundlage; maßgeblich sind die anerkannten Regeln des Holzbaus (Zimmererhandwerk, einschlägige Bemessungsnormen für Holzkonstruktionen).

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