Automatisiertes Liegenschaftsbuch

Auch: ALB

Das Automatisierte Liegenschaftsbuch (ALB) war das digitale Verzeichnis der beschreibenden Daten des Liegenschaftskatasters – etwa Flurstücksnummern, Größen, Eigentümerangaben und Nutzungsarten. Es wurde bundesweit durch das einheitliche System ALKIS (Amtliches Liegenschaftskatasterinformationssystem) abgelöst.

Ausführliche Erklärung

Das deutsche Liegenschaftskataster bestand traditionell aus zwei getrennten Bestandteilen: dem Liegenschaftsbuch (beschreibende, alphanumerische Daten wie Flurstücksnummer, Fläche, Eigentümer, Nutzungsart) und der Liegenschaftskarte (die grafische Darstellung der Flurstücksgrenzen). Mit der Digitalisierung ab den 1980er/1990er-Jahren wurden beide Bestandteile automatisiert geführt:

  • ALB (Automatisiertes Liegenschaftsbuch): digitale Fassung des Liegenschaftsbuchs.
  • ALK (Automatisiertes Liegenschaftskataster): digitale Fassung der Liegenschaftskarte.

Seit den 2010er-Jahren wurden ALB und ALK bundesweit schrittweise durch ALKIS (Amtliches Liegenschaftskatasterinformationssystem) ersetzt, das beide Datenbestände (Sachdaten und Geometriedaten) in einem einheitlichen, objektbasierten Modell zusammenführt. Für Makler ist relevant, dass ältere Auszüge oder Formulierungen noch auf ALB/ALK verweisen können, in der aktuellen Praxis jedoch fast ausschließlich ALKIS-Auszüge von den Katasterämtern ausgestellt werden. Inhaltlich liefern ALB-Daten (bzw. deren ALKIS-Nachfolger) die für Maklertätigkeit wichtigen Basisinformationen: Flurstücksnummer, amtliche Fläche, Nutzungsart (z. B. Wohnbaufläche, Landwirtschaftsfläche), sowie Angaben zu Eigentümern (in Verbindung mit dem Grundbuch).

Der Katasterauszug (Flurstücks- bzw. Liegenschaftsauszug) wird bei den Katasterämtern der Länder oder online über länderspezifische Geoportale angefordert und ist bei praktisch jeder Grundstücksvermittlung als Beleg für die tatsächliche Flurstücksgröße unerlässlich – insbesondere weil im Grundbuch selbst keine grafische Darstellung erfolgt.

Beispiel aus der Praxis

Ein Makler benötigt für ein Exposé die exakte amtliche Grundstücksfläche eines Baugrundstücks. Früher hätte er dafür einen Auszug aus dem Automatisierten Liegenschaftsbuch angefordert; heute erhält er die identischen Informationen (Flurstücksnummer, Fläche, Nutzungsart) über einen ALKIS-Auszug vom zuständigen Katasteramt oder online über das Geoportal des jeweiligen Bundeslandes.

Rechtsgrundlage

Die Führung des Liegenschaftskatasters einschließlich seiner digitalen Bestandteile (ALB, ALK, heute ALKIS) ist in den Vermessungs- und Katastergesetzen der Bundesländer sowie ergänzenden Katasterverordnungen geregelt; eine bundeseinheitliche Regelung besteht nicht, das Datenmodell ist jedoch bundesweit über die AdV (Arbeitsgemeinschaft der Vermessungsverwaltungen der Länder) harmonisiert.

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