Dachkonstruktion
Auch: Dachtragwerk · Dachgerüst
Die Dachkonstruktion ist das tragende Gerüst eines Dachs, das aus Sparren, Pfetten, Balken und Stützen besteht und die auf das Dach einwirkenden Lasten aus Eigengewicht, Schnee, Wind und Nutzung sicher in die darunterliegenden tragenden Bauteile ableitet.
Ausführliche Erklärung
Die Dachkonstruktion bildet das statische Rückgrat des Daches und wird nach ihrer konstruktiven Systematik unterschieden. Die wichtigsten Grundtypen im Wohnungsbau sind:
- Sparrendach – geneigte Sparren stützen sich am First gegenseitig ab, ohne mittlere Stützen; ermöglicht einen weitgehend stützenfreien Dachraum und eignet sich gut für den Dachgeschossausbau.
- Kehlbalkendach – wie das Sparrendach, zusätzlich durch einen Kehlbalken ausgesteift, der die Sparren gegen Auseinanderdrücken sichert.
- Pfettendach – die Sparren liegen auf horizontalen Pfetten auf, die ihrerseits von Stützen oder tragenden Innenwänden getragen werden; ermöglicht größere Spannweiten, benötigt aber Innenstützen.
- Bindergestützte Dachkonstruktionen – bei Hallen und Gewerbebauten übernehmen weitgespannte Binder aus Holz, Stahl oder Stahlbeton die Lastabtragung.
Die Bemessung der Dachkonstruktion muss die charakteristischen Einwirkungen aus Eigengewicht, Schneelast und Windlast berücksichtigen, die je nach Region, Höhenlage und Geländeform unterschiedlich hoch ausfallen und in den europäischen Bemessungsnormen (Eurocodes) mit den jeweiligen nationalen Anhängen geregelt sind.
Für Makler ist die Dachkonstruktion insbesondere beim Dachgeschossausbau relevant: Ob und wie viel zusätzlicher Wohnraum ausgebaut werden kann, hängt maßgeblich vom Konstruktionstyp ab – ein stützenfreies Sparrendach bietet mehr nutzbare Fläche als ein Pfettendach mit tragenden Zwischenstützen.
Beispiel aus der Praxis
Beim Kauf eines Einfamilienhauses mit ungenutztem Dachboden lässt der Käufer vor dem Erwerb prüfen, ob die vorhandene Sparrendachkonstruktion für einen künftigen Dachgeschossausbau ausreichend dimensioniert ist oder ob zusätzliche Verstärkungsmaßnahmen erforderlich wären.
Rechtsgrundlage
- DIN EN 1991-1-3 / DIN EN 1991-1-4 (Eurocode 1) – regeln die Ansätze für Schnee- und Windlasten, die bei der statischen Bemessung von Dachkonstruktionen zugrunde zu legen sind.
- Keine eigene bauordnungsrechtliche Sonderregelung; die Ausführung unterliegt den allgemeinen bautechnischen Nachweispflichten der Landesbauordnungen.