Dachlaterne

Auch: Laterne · Dachreiter mit Verglasung

Eine Dachlaterne ist ein kleiner, meist quadratischer oder runder turmartiger Aufbau auf einem Dach mit seitlicher Verglasung oder Lamellen, der natürliches Licht und Frischluft in darunterliegende Räume oder Treppenhäuser leitet.

Ausführliche Erklärung

Die Dachlaterne ist ein klassisches Element vor allem bei historischen Kuppeldächern, Hallenbauten und repräsentativen Treppenhäusern, findet sich aber auch bei modernen Flachdachkonstruktionen als Tageslichtelement. Konstruktiv sitzt sie zentral auf einer Dachöffnung und besteht aus einem umlaufenden, meist verglasten Aufbau mit eigenem Dach (häufig als kleine Kuppel oder Pyramide ausgeführt). Anders als ein einfaches Oberlicht oder Dachfenster erhebt sich die Laterne deutlich über die Dachfläche und schafft dadurch zusätzlichen Lichteinfall aus mehreren Richtungen sowie oft eine natürliche Entlüftung durch den Kamineffekt (aufsteigende Warmluft entweicht seitlich).

Für die Immobilienbewertung ist die Dachlaterne relevant als gestalterisches und funktionales Merkmal, das insbesondere bei Altbauten, Kirchen, historischen Verwaltungsgebäuden oder hochwertigen Neubauten mit Atrium vorkommt und den Gebäudewert positiv beeinflussen kann. Gleichzeitig ist sie ein bauliches Detail mit erhöhtem Instandhaltungsaufwand: Die zusätzlichen Anschlüsse und Fugen zur Dachabdichtung stellen potenzielle Schwachstellen dar, die bei der Bauzustandsanalyse besonders zu prüfen sind.

Beispiel aus der Praxis

Ein denkmalgeschütztes Rathaus verfügt über eine zentrale Kuppel mit aufgesetzter Dachlaterne, die das darunterliegende Treppenhaus mit Tageslicht versorgt. Bei der Dachsanierung müssen die Verglasung und die Abdichtung am Fuß der Laterne besonders sorgfältig erneuert werden, um Feuchtigkeitseintritt zu vermeiden.

Rechtsgrundlage

Für Dachlaternen gibt es keine spezielle bundeseinheitliche Rechtsgrundlage. Anforderungen an Standsicherheit, Brandschutz und Abdichtung ergeben sich aus den allgemeinen Vorgaben der Landesbauordnungen sowie den anerkannten Regeln der Technik für Dachabdichtung und Glasbau; bei denkmalgeschützten Gebäuden sind zusätzlich die Vorgaben des Denkmalschutzes zu beachten.

Verwandte Begriffe