Foliendach
Auch: Kunststoffbahnen-Dach · Foliendachabdichtung
Ein Foliendach ist ein Flachdach, dessen Abdichtung aus einer einlagig verlegten Kunststoff-Dachbahn (Folie) aus Materialien wie PVC, EPDM oder FPO besteht, statt aus mehrlagig verschweißten Bitumenbahnen.
Ausführliche Erklärung
Neben der klassischen Bitumenabdichtung haben sich bei Flachdächern Kunststoffbahnen als leichte, flexible Alternative etabliert. Foliendächer werden meist einlagig verlegt und entweder mechanisch befestigt, lose aufgelegt und ballastiert (z. B. mit Kies oder Substrat beschwert) oder vollflächig verklebt. Die Bahnen sind UV-beständig, alterungsstabil und in der Regel deutlich leichter als mehrlagige Bitumensysteme, was insbesondere bei Sanierungen im Bestand (geringere Zusatzlast auf der Dachkonstruktion) von Vorteil ist. Verschiedene Kunststoffe unterscheiden sich in Flexibilität, Verschweißbarkeit und Umweltverträglichkeit; PVC-Bahnen etwa müssen bei Kontakt mit bitumenhaltigen Altbelägen mit einer Trennlage versehen werden, da Weichmacher sonst wandern können.
Für die Immobilienbewertung ist relevant, dass Foliendächer wie alle Flachdachabdichtungen eine begrenzte Lebensdauer haben und regelmäßig auf Nähte, Anschlüsse und mechanische Beschädigungen (z. B. durch Vogelschäden oder Hagel) kontrolliert werden müssen. Da die Bahnen einlagig verlegt sind, führt bereits eine kleine Beschädigung schneller zu Undichtigkeiten als bei mehrlagigen Bitumensystemen, weshalb regelmäßige Wartung besonders wichtig ist.
Beispiel aus der Praxis
Bei der Sanierung eines Flachdachs entscheidet sich der Eigentümer wegen des geringen Gewichts und der einfacheren Verlegung für ein Foliendach aus EPDM-Bahnen anstelle der bisherigen, mehrlagigen Bitumenabdichtung.
Rechtsgrundlage
Die technischen Anforderungen an die Abdichtung von Flachdächern – unabhängig vom verwendeten Material – regelt die Normenreihe DIN 18531. Ergänzend gilt die Flachdachrichtlinie des Zentralverbands des Deutschen Dachdeckerhandwerks als anerkannte Regel der Technik.