DGNB-Zertifikat

Auch: DGNB-Zertifizierung · DGNB-Siegel

Das DGNB-Zertifikat ist ein von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) vergebenes Gütesiegel, das die Nachhaltigkeit von Gebäuden und Quartieren ganzheitlich bewertet. Anders als reine Energieausweise berücksichtigt es neben ökologischen auch ökonomische, soziale, technische und prozessuale sowie standortbezogene Kriterien.

Ausführliche Erklärung

Für Makler im Neubau- und Gewerbesegment ist das DGNB-Zertifikat ein zunehmend wichtiges Vermarktungsmerkmal, insbesondere bei institutionellen Käufern und Mietern mit ESG-Anforderungen.

  • Bewertungssystem: Die DGNB bewertet Gebäude in sechs Qualitätsthemen: Ökologische Qualität, Ökonomische Qualität, Soziokulturelle und funktionale Qualität, Technische Qualität, Prozessqualität und Standortqualität. Aus einem gewichteten Gesamtergebnis (in Prozent) ergibt sich die Zertifizierungsstufe.
  • Zertifizierungsstufen: Bronze (ab 35 % Gesamterfüllungsgrad, seit 2015 nur für Bestandsgebäude), Silber (ab 50 %), Gold (ab 65 %) und die höchste Stufe Platin (ab 80 %); zusätzlich gibt es ein Vorzertifikat für die Planungsphase.
  • Gebäudetypen: Zertifizierbar sind u. a. Neubau- und Bestandsgebäude verschiedenster Nutzung (Büro, Wohnen, Handel, Hotel, Industrie) sowie ganze Quartiere.
  • Unterschied zu anderen Systemen: Im Gegensatz zu international geprägten Systemen wie LEED oder BREEAM berücksichtigt die DGNB von Beginn an den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes und gilt als besonders auf deutsche und europäische Standards (u. a. DIN-Normen, GEG) zugeschnitten.
  • Bedeutung für den Markt: Eine DGNB-Zertifizierung erhöht die Vermarktungsfähigkeit von Gewerbeimmobilien gegenüber institutionellen Investoren und großen Mietern erheblich, da diese zunehmend ESG-Kriterien und CSRD-Berichtspflichten erfüllen müssen und zertifizierte Objekte bevorzugen.
  • Maklerrelevanz: Bei Gewerbeimmobilien-Transaktionen sollte der Makler die Zertifizierungsstufe kennen und als werttreibendes Merkmal in Exposé und Verhandlung einsetzen; bei Bestandsobjekten ohne Zertifizierung kann eine nachträgliche Zertifizierung als Sanierungsargument dienen.

Beispiel aus der Praxis

Ein Projektentwickler lässt ein neues Bürogebäude nach DGNB-Kriterien zertifizieren und erreicht die Stufe Gold. Ein Makler, der die Flächen an internationale Unternehmen vermietet, nutzt das Zertifikat als zentrales Argument, da viele Mieter aufgrund eigener Nachhaltigkeitsziele bevorzugt DGNB- oder vergleichbar zertifizierte Flächen anmieten.

Rechtsgrundlage

Keine spezielle Rechtsgrundlage. Die DGNB-Zertifizierung ist ein freiwilliges, privatwirtschaftlich organisiertes Bewertungssystem der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen e. V. ohne gesetzliche Verpflichtung, gewinnt aber durch ESG-Regulierung (CSRD, EU-Taxonomie) mittelbar an Bedeutung.

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