Leitungsschutzschalter
Auch: LS-Schalter · Sicherungsautomat · Leitungsschutzautomat
Der Leitungsschutzschalter (LS-Schalter, umgangssprachlich "Sicherungsautomat") ist ein wiederverwendbares Schutzgerät im Sicherungskasten, das einen Stromkreis bei Überlastung oder Kurzschluss automatisch abschaltet und so überhitzte Leitungen und Kabelbrände verhindert. Er hat die früher üblichen Schmelzsicherungen fast vollständig abgelöst.
Ausführliche Erklärung
Für den Makler ist der Zustand der Elektroinstallation – und damit auch der Leitungsschutzschalter im Sicherungskasten – ein wichtiges Kriterium bei der energetischen und sicherheitstechnischen Einschätzung einer Immobilie:
- Funktionsweise: Der LS-Schalter erkennt sowohl schleichende Überlastung (thermischer Auslöser, Bimetall) als auch plötzlichen Kurzschluss (magnetischer Schnellauslöser) und trennt den betroffenen Stromkreis sofort. Anders als die alte Schmelzsicherung muss er nach Auslösen nicht ersetzt, sondern lediglich wieder eingeschaltet werden.
- Charakteristiken (Auslöseverhalten): Gekennzeichnet mit Buchstaben B, C oder D – Typ B für Wohngebäude-Standardstromkreise (empfindlich, schnelle Auslösung), Typ C für Stromkreise mit höheren Einschaltströmen (z. B. Motoren, Leuchtstofflampen), Typ D für stark induktive Lasten. Für den Makler relevant, da eine unpassende Charakteristik zu häufigem, unerklärlichem Auslösen führen kann – ein häufiger Mängelpunkt bei Besichtigungen älterer Bestandsimmobilien.
- Absicherungswerte: Übliche Nennströme in Wohngebäuden sind 10, 13 oder 16 Ampere je Stromkreis. Die Anzahl und Aufteilung der abgesicherten Stromkreise (Küche, Bad, Steckdosen, Beleuchtung) gibt Aufschluss über den Modernisierungsstand der Elektroinstallation.
- Abgrenzung zum FI-Schutzschalter: Der Leitungsschutzschalter schützt Leitungen und Geräte vor Überlast/Kurzschluss, der FI-Schutzschalter (Fehlerstromschutzschalter) schützt Personen vor Stromschlag bei Fehlerströmen – beide Systeme ergänzen sich und sind in modernen Zählerschränken kombiniert (FI/LS-Kombiautomaten).
- Praxisrelevanz beim Objektcheck: Ein sichtbar alter Sicherungskasten mit klassischen Schraubsicherungen statt LS-Schaltern deutet auf eine veraltete, möglicherweise sanierungsbedürftige Elektroinstallation hin – ein Punkt, den der Makler bei der Zustandsbeschreibung und Preisfindung berücksichtigen sollte.
Beispiel aus der Praxis
Bei der Besichtigung einer Altbauwohnung stellt der Makler fest, dass im Sicherungskasten noch alte Schmelzsicherungen (Porzellansicherungen) statt moderner Leitungsschutzschalter verbaut sind. Er weist den Kaufinteressenten darauf hin, dass eine Elektro-Modernisierung inklusive Umrüstung auf LS-Schalter und FI-Schutzschalter sinnvoll und ggf. kostenrelevant ist.
Rechtsgrundlage
DIN VDE 0100 – Errichten von Niederspannungsanlagen, die grundlegenden Sicherheitsanforderungen an die Elektroinstallation in Gebäuden. DIN EN 60898 – technische Norm für Leitungsschutzschalter (Bauart, Auslösecharakteristiken, Prüfanforderungen).