Pfosten-Riegel-Fassade

Auch: Pfosten-Riegel-Bauweise · Mullion-Transom-Fassade

Die Pfosten-Riegel-Fassade ist eine Vorhangfassade aus einem Tragraster vertikaler Pfosten und horizontaler Riegel (meist Aluminium oder Holz), zwischen die großformatige Glasscheiben oder Paneele eingesetzt werden. Sie ist typisch für Bürogebäude, Gewerbeimmobilien und moderne Wohngebäude mit großflächiger Verglasung.

Ausführliche Erklärung

Die Pfosten-Riegel-Fassade zählt zu den Vorhangfassaden (Curtain Wall) und trägt selbst keine Gebäudelasten außer ihrem Eigengewicht und Windlasten, die punktuell an die Geschossdecken abgegeben werden. Für die Maklerpraxis relevante Aspekte:

  • Bauweise: Pfosten (vertikal) werden geschossübergreifend montiert, Riegel (horizontal) dazwischen eingesetzt – das entstehende Raster nimmt Glas-, Paneel- oder Lüftungselemente auf. Man unterscheidet sichtbare Pfosten-Riegel-Systeme und Structural-Glazing-Fassaden ohne sichtbare Rahmen.
  • Energetische Bewertung: Der U-Wert der Gesamtfassade hängt stark von der Verglasungsart (Zwei- oder Dreifachverglasung), der Rahmenqualität (thermisch getrennte Profile) und dem Fensterflächenanteil ab. Bei Gewerbeimmobilien mit hohem Glasanteil ist der sommerliche Wärmeschutz (Verschattung, Sonnenschutzverglasung) ein zentrales Prüfthema.
  • Wartung und Instandhaltung: Dichtungen an den Pfosten-Riegel-Knoten altern und müssen periodisch erneuert werden; undichte Fugen sind eine häufige Ursache für Feuchteschäden und Wärmebrücken bei älteren Gewerbeimmobilien.
  • Praxisrelevanz bei Gewerbeobjekten: Bei der Vermarktung von Büroimmobilien ist die Fassadenart ein wichtiges Ausstattungsmerkmal (Tageslichtqualität, Reinigungsaufwand, energetischer Standard); bei Bestandsobjekten mit älteren Einfachverglasungen sind Sanierungskosten für den Fassadenaustausch realistisch einzuschätzen.
  • Brandschutz: An Geschossübergängen sind Brandriegel (nichtbrennbare Dämmstoffstreifen) vorgeschrieben, um eine Brandausbreitung über die Fassade zu verhindern.

Beispiel aus der Praxis

Ein Bürogebäude aus den 1990er-Jahren mit Pfosten-Riegel-Fassade und Einfachverglasung wird zum Verkauf angeboten. Der Makler weist potenzielle Investoren darauf hin, dass eine energetische Sanierung der Fassade (Austausch gegen Dreifachverglasung mit thermisch getrennten Profilen) erhebliche Kosten verursacht, gleichzeitig aber die Vermietbarkeit und den Energieausweis deutlich verbessern würde.

Rechtsgrundlage

  • DIN EN 13830 – Vorhangfassaden, Produktnorm mit Leistungsanforderungen.
  • Gebäudeenergiegesetz (GEG) – energetische Mindestanforderungen bei Neubau und wesentlichen Änderungen der Gebäudehülle.

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