Tonnendach
Auch: Rundbogendach · Bogendach
Das Tonnendach ist eine Dachform, deren Querschnitt einem liegenden, halbierten Zylinder (Tonne) gleicht. Die Dachfläche wölbt sich gleichmäßig von einer Traufseite zur anderen, ohne First oder Grat.
Ausführliche Erklärung
Tonnendächer sind in Deutschland eher selten und finden sich vor allem bei historischen Industriebauten (Fabrikhallen, Bahnhofshallen), Kirchen, öffentlichen Gebäuden sowie bei architektonisch anspruchsvollen Einfamilienhäusern und Anbauten. Konstruktiv unterscheidet man:
- Volltonnendach: durchgehende Wölbung über die gesamte Gebäudelänge.
- Segmentbogendach: flacherer Bogen, geringere Wölbungshöhe.
Bautechnisch stellt das Tonnendach höhere Anforderungen an die Eindeckung, da klassische Dachziegel hier nicht ohne Weiteres verwendbar sind – üblich sind Metalleindeckungen (Zink, Kupfer, Aluminium), Bitumenschindeln, Trapezblech oder spezielle biegsame Dachziegelsysteme. Für Makler ist das Tonnendach vor allem ein architektonisches Alleinstellungsmerkmal, das bei modernen Design-Immobilien werterhöhend wirken kann, bei der Wertermittlung aber auch Fragen zur Wärmedämmung und zum Sanierungsaufwand der ungewöhnlichen Dachform aufwirft, da Handwerksleistungen hier oft teurer sind als bei Standarddachformen.
Beispiel aus der Praxis
Ein modernes Architektenhaus wird mit einem markanten, mit Zinkblech eingedeckten Tonnendach beworben – ein Merkmal, das die Immobilie im Portal deutlich von Standardhäusern mit Sattel- oder Walmdach abhebt.
Rechtsgrundlage
Keine spezielle Rechtsgrundlage. Örtliche Bebauungspläne können in bestimmten Gebieten zulässige Dachformen (auch Tonnendächer) vorschreiben oder ausschließen.