Zweirohrheizung

Auch: Zweirohrsystem · Zweirohrheizungssystem

Bei der Zweirohrheizung wird jeder Heizkörper eines Kreises über eine separate Vorlaufleitung mit warmem Heizwasser versorgt und gibt das abgekühlte Wasser über eine eigene Rücklaufleitung zurück zum Wärmeerzeuger. Alle Heizkörper erhalten dadurch annähernd die gleiche Vorlauftemperatur, unabhängig von ihrer Position im Strang.

Ausführliche Erklärung

Die Zweirohrheizung ist heute der Standard bei Neubauten und modernisierten Bestandsgebäuden:

  • Funktionsweise: Vorlauf- und Rücklaufleitung sind getrennt geführt, sodass jeder Heizkörper unabhängig von den anderen mit heißem Vorlaufwasser versorgt wird. Das erlaubt eine präzisere Regelung über Thermostatventile an jedem einzelnen Heizkörper.
  • Vorteile gegenüber der Einrohrheizung: Bessere Einzelraumregelung, geringerer Energieverbrauch, einfacherer hydraulischer Abgleich und deutlich bessere Eignung für niedrige Systemtemperaturen – eine wichtige Voraussetzung für den effizienten Betrieb einer Wärmepumpe.
  • Kombination mit Flächenheizungen: Zweirohrsysteme werden häufig mit Fußboden- oder Wandheizungen kombiniert, die mit besonders niedrigen Vorlauftemperaturen arbeiten und sich daher gut für Wärmepumpen eignen.
  • Praxisrelevanz beim Heizungstausch: Ein bereits vorhandenes Zweirohrsystem erleichtert die Umstellung auf eine Wärmepumpe erheblich, da meist keine grundlegende Erneuerung der Rohrleitungen nötig ist, sondern in der Regel ein hydraulischer Abgleich und ggf. größere Heizkörper genügen.
  • Bewertungsrelevanz: Für Käufer ist ein vorhandenes Zweirohrsystem ein positives Zeichen im Hinblick auf künftige energetische Modernisierungen, da es die spätere Umstellung auf klimafreundliche Heiztechnik erleichtert.

Beispiel aus der Praxis

Ein Einfamilienhaus aus den 2000er-Jahren verfügt über ein Zweirohrsystem mit Flachheizkörpern. Beim geplanten Austausch der Gasheizung gegen eine Luft-Wasser-Wärmepumpe stellt der Fachplaner fest, dass nach einem hydraulischen Abgleich und dem Austausch weniger Heizkörper niedrige Vorlauftemperaturen erreicht werden können – ein deutlicher Vorteil gegenüber einer Einrohrheizung.

Rechtsgrundlage

Keine spezielle Rechtsgrundlage für den Systemtyp selbst. Relevant werden können die allgemeinen Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) an hydraulischen Abgleich und Heizungsoptimierung bei größeren Gebäuden sowie DIN EN 12831 für die zugrunde liegende Heizlastberechnung.

Verwandte Begriffe