Hausenergiemanagementsystem

Auch: HEMS · Energiemanagementsystem

Ein Hausenergiemanagementsystem (HEMS) ist eine intelligente Steuerungseinheit, die im Einfamilien- oder Mehrfamilienhaus die Erzeugung von Strom (z. B. durch Photovoltaik), dessen Speicherung (Batteriespeicher) und den Verbrauch durch Wärmepumpe, Wallbox oder Haushaltsgeräte koordiniert. Ziel ist es, möglichst viel selbst erzeugten Strom im eigenen Haus zu nutzen und Netzbezug sowie Stromkosten zu minimieren.

Ausführliche Erklärung

Für Makler gewinnt das Hausenergiemanagementsystem mit der Zunahme von Photovoltaikanlagen, Wärmepumpen und E-Mobilität stark an Bedeutung:

  • Funktionsweise: Das System erfasst laufend Erzeugung (PV-Ertrag), Speicherstand und Verbrauch und steuert daraufhin, wann welcher Verbraucher (Wärmepumpe, Wallbox, Waschmaschine über Funksteckdosen) aktiv geschaltet wird – etwa bevorzugt dann, wenn gerade PV-Überschuss vorhanden ist. Moderne Systeme lassen sich per App überwachen und teils mit dynamischen Stromtarifen koppeln.
  • Netzdienliche Steuerung: Seit 2024 regelt § 14a EnWG die verpflichtende Steuerbarkeit bestimmter Verbrauchseinrichtungen (Wärmepumpen, Wallboxen) durch den Netzbetreiber im Gegenzug für reduzierte Netzentgelte. Ein modernes HEMS ist die technische Schnittstelle, über die diese netzdienliche Steuerung im Haus umgesetzt wird, ohne den Komfort der Bewohner unnötig einzuschränken.
  • Praxisrelevanz für den Immobilienverkauf: Ein vorhandenes, funktionierendes HEMS ist bei Objekten mit PV-Anlage, Wärmepumpe und/oder E-Ladepunkt ein starkes Verkaufsargument, da es niedrigere Betriebskosten und Zukunftsfähigkeit signalisiert. Der Makler sollte klären, welche Komponenten (PV, Speicher, Wärmepumpe, Wallbox) tatsächlich eingebunden sind und ob eine Herstellerbindung besteht.
  • Wirtschaftlichkeit: Durch die Erhöhung des PV-Eigenverbrauchsanteils (oft von 30 % ohne HEMS auf 60–70 % mit intelligenter Steuerung und Speicher) amortisieren sich Investitionen in Photovoltaik und Speicher deutlich schneller.

Beispiel aus der Praxis

Ein Neubau mit Photovoltaikanlage, Batteriespeicher, Luft-Wasser-Wärmepumpe und Wallbox nutzt ein Hausenergiemanagementsystem, das die Wärmepumpe bevorzugt bei PV-Überschuss laufen lässt und die Wallbox nachts günstigen Nachtstrom nutzt. Der Makler hebt im Exposé die dadurch erzielte hohe Eigenverbrauchsquote und die daraus resultierenden niedrigen Stromkosten hervor.

Rechtsgrundlage

§ 14a EnWG (Energiewirtschaftsgesetz) – regelt die Pflicht zur netzdienlichen Steuerbarkeit steuerbarer Verbrauchseinrichtungen (u. a. Wärmepumpen, Wallboxen) durch den Netzbetreiber gegen reduziertes Netzentgelt; das HEMS setzt diese Steuerbarkeit technisch im Gebäude um. Keine allgemeine Einbaupflicht für ein HEMS selbst.

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