KfW-Effizienzhaus Plus

Auch: Effizienzhaus Plus · Plusenergiehaus

Das Effizienzhaus Plus (auch Plusenergiehaus genannt) ist ein Gebäudestandard, bei dem der jährliche Primärenergie- und Endenergiebedarf des Hauses rechnerisch negativ ist: Über das Jahr gerechnet erzeugt das Gebäude – meist über Photovoltaik oder Solarthermie – mehr Energie, als seine Bewohner für Heizung, Warmwasser, Lüftung und Haushaltsstrom verbrauchen.

Ausführliche Erklärung

Für Makler ist das Effizienzhaus Plus der ambitionierteste energetische Standard im Wohnungsbau und ein starkes, aber erklärungsbedürftiges Verkaufsargument:

  • Technisches Kriterium: Der Standard gilt als erfüllt, wenn sowohl der Jahres-Primärenergiebedarf als auch der Jahres-Endenergiebedarf des Gebäudes rechnerisch negativ sind – das Haus produziert also mehr Energie, als es verbraucht.
  • Bautechnische Bausteine: Typischerweise kombiniert ein Effizienzhaus Plus eine sehr gut gedämmte Gebäudehülle (mindestens auf EH40-Niveau), eine stromerzeugende Anlage auf Basis erneuerbarer Energien (meist Photovoltaik), einen stationären Batteriespeicher, eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung (mindestens 80 % Rückgewinnungsrate) sowie eine Visualisierung von Energieerzeugung und -verbrauch für die Bewohner.
  • Abgrenzung zu EH40 Plus: In der Praxis wird der Standard häufig als "KfW-Effizienzhaus 40 Plus" bezeichnet – er baut auf den technischen Anforderungen des EH40 auf und ergänzt diese um das genannte "Plus-Paket" aus Erzeugung, Speicherung, Lüftung und Monitoring.
  • Marktrelevanz: Effizienzhaus-Plus-Gebäude sind bislang überwiegend Pilot- und Leuchtturmprojekte sowie hochwertige Neubauten im Premiumsegment; eine flächendeckende Förderung als eigenständige Stufe existiert nicht durchgängig, sodass die Fördermöglichkeiten im Einzelfall zu prüfen sind.
  • Praxisrelevanz für Makler: Bei der Vermarktung solcher Objekte sollte der Makler die Vorteile (praktisch keine Energiekosten, hoher Autarkiegrad, attraktives Nachhaltigkeitsimage) klar von den höheren Baukosten und der technischen Komplexität (Batteriespeicher, Monitoring) abgrenzen, da Käufer oft eine realistische Einschätzung der Investitionskosten benötigen.

Beispiel aus der Praxis

Ein Bauträger errichtet ein Einfamilienhaus mit Passivhaus-naher Gebäudehülle, großzügiger Photovoltaikanlage, Batteriespeicher und Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Die Jahresenergiebilanz zeigt einen rechnerischen Energieüberschuss – das Haus wird als "Effizienzhaus Plus" vermarktet und punktet bei umweltbewussten Käufern mit nahezu autarker Energieversorgung.

Rechtsgrundlage

  • Gebäudeenergiegesetz (GEG) – bildet den allgemeinen rechtlichen Rahmen für energetische Gebäudestandards, definiert das Effizienzhaus Plus selbst jedoch nicht als eigene gesetzliche Kategorie.

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