Klickpreis
Auch: Cost-per-Lead · Cost-per-Click · CPL
Der Klickpreis (auch Cost-per-Lead, CPL) ist ein Abrechnungsmodell im Onlinemarketing von Immobilienportalen, bei dem der Makler nicht pauschal für die Veröffentlichung eines Inserats zahlt, sondern nutzungsabhängig – pro Klick auf eine Anzeige oder pro generierten Interessentenkontakt (Lead).
Ausführliche Erklärung
Neben den klassischen Paket- und Kontingentmodellen (feste monatliche Gebühr für eine bestimmte Anzahl gleichzeitig einstellbarer Objekte) bieten manche Portale, Lead-Vermittler und Werbeplattformen leistungsbezogene Abrechnungsmodelle an:
- Cost-per-Click (CPC): Der Makler zahlt für jeden Klick, den ein Nutzer auf sein Inserat oder eine Anzeige (z. B. bei Google Ads oder Social-Media-Werbung) tätigt – unabhängig davon, ob daraus eine echte Kontaktaufnahme entsteht.
- Cost-per-Lead (CPL): Der Makler zahlt erst, wenn ein konkreter Interessentenkontakt generiert wird (z. B. ausgefülltes Kontaktformular, Rückrufanfrage, Bewertungsanfrage). Dieses Modell ist für Makler planbarer, da die Kosten direkt an messbare Ergebnisse gekoppelt sind.
Klickpreise variieren stark nach Portal, Objektart, Region und Wettbewerbsdichte – hochpreisige, stark nachgefragte Segmente (z. B. Bewertungsanfragen in Großstädten) haben deutlich höhere Klick- bzw. Leadpreise als Standardinserate in ländlichen Regionen. Manche Anbieter arbeiten mit Auktionsmodellen (Bieterverfahren um Sichtbarkeit oder Leadzuteilung), was zu volatilen und teils intransparenten Kosten führen kann.
Praxisrelevanz für Makler:
- Klickpreis-Modelle eignen sich besonders für die Neukundengewinnung (z. B. Bewertungs- oder Verkaufsanfragen), während Kontingentverträge eher für die Objektvermarktung bestehender Aufträge genutzt werden.
- Die Kosteneffizienz hängt stark von der Conversion-Rate ab: viele Klicks/Leads ohne Vertragsabschluss verteuern die effektiven Akquisekosten erheblich (Kosten pro tatsächlich gewonnenem Auftrag).
- Makler sollten Klickpreis-Kampagnen laufend über Tracking und ROI-Kennzahlen (Kosten pro Abschluss) kontrollieren, da sich Budgets sonst unbemerkt verbrauchen können, ohne messbaren Vermittlungserfolg zu erzielen.
- Bei Lead-Portalen ist zudem auf Exklusivität zu achten: Manche Leads werden an mehrere Makler gleichzeitig verkauft, was die Abschlusswahrscheinlichkeit pro Makler senkt.
Beispiel aus der Praxis
Ein Makler bucht bei einem Bewertungsportal eine Cost-per-Lead-Kampagne für Verkaufsinteressenten in seiner Region. Für jede vollständig ausgefüllte Bewertungsanfrage zahlt er 35 Euro, unabhängig davon, ob daraus später ein Alleinauftrag entsteht. Nach drei Monaten stellt er fest, dass nur jeder zehnte Lead zu einem Auftrag führt – die tatsächlichen Kosten pro Neuauftrag liegen damit bei 350 Euro.
Rechtsgrundlage
Keine spezielle Rechtsgrundlage. Es handelt sich um ein zivilrechtliches Vertragsmodell zwischen Makler und Portal- bzw. Werbeanbieter, das den allgemeinen Regeln des Dienst- oder Werkvertragsrechts unterliegt.