Konstantdarlehen
Auch: Kombikredit · Bauspar-Kombidarlehen
Das Konstantdarlehen kombiniert ein tilgungsfreies Bankdarlehen mit einem parallel angesparten Bausparvertrag. Der Kreditnehmer zahlt während der Laufzeit eine gleichbleibende Gesamtrate, die sich aus Darlehenszinsen und Bausparbeiträgen zusammensetzt; am Ende wird das Bankdarlehen durch die Zuteilung des Bausparvertrags in einer Summe abgelöst.
Ausführliche Erklärung
Für Makler ist das Konstantdarlehen ein eher selten genutztes, aber gelegentlich bei Bausparkassen und deren Vertriebspartnern auftauchendes Finanzierungsmodell, das sich strukturell von der klassischen Annuitätenfinanzierung unterscheidet.
Funktionsweise:
1. Der Kreditnehmer erhält von einer Bank ein Darlehen, das während der gesamten Laufzeit nicht getilgt wird – es werden nur Zinsen auf die volle Darlehenssumme gezahlt.
2. Parallel bespart der Kreditnehmer einen Bausparvertrag mit Beiträgen, die zusammen mit den Zinszahlungen des Bankdarlehens die konstante Gesamtrate ergeben.
3. Sobald der Bausparvertrag zuteilungsreif ist, wird mit dem angesparten Bausparguthaben (ggf. plus Bauspardarlehen) das ursprüngliche Bankdarlehen in einer Summe vollständig abgelöst.
Vorteil des Modells: Die monatliche Belastung bleibt über die gesamte Laufzeit konstant und planbar, da sie nicht – wie beim Annuitätendarlehen – durch sinkenden Zinsanteil und steigenden Tilgungsanteil schwankt, sondern aus zwei parallel laufenden, festen Bausteinen besteht.
Nachteile und Risiken, die Makler kennen sollten:
- Da während der Laufzeit keine Tilgung des Bankdarlehens erfolgt, bleibt die Zinslast auf die volle Darlehenssumme über die gesamte Zeit bestehen – dies führt tendenziell zu höheren Gesamtkosten als bei einem klassischen Annuitätendarlehen mit sukzessiver Tilgung.
- Die Konstruktion ist abhängig von der Ansparleistung und Zuteilung des Bausparvertrags; verzögert sich die Zuteilung, kann sich die Ablösung des Bankdarlehens verschieben.
- Das Modell ist komplexer zu durchschauen als ein einfaches Annuitätendarlehen, weshalb Käufer eine unabhängige Beratung erhalten sollten, bevor sie sich dafür entscheiden.
Für Makler ist relevant, dass ein Konstantdarlehen in der Finanzierungsbestätigung eines Käufers auftauchen kann und sich strukturell von einer "normalen" Bankfinanzierung unterscheidet – insbesondere hinsichtlich Flexibilität bei vorzeitiger Rückzahlung oder Anschlussfinanzierung.
Beispiel aus der Praxis
Ein Käufer finanziert 250.000 Euro über ein Konstantdarlehen: Er zahlt monatlich Zinsen auf die vollen 250.000 Euro an die Bank sowie parallel einen Bausparbeitrag. Nach 15 Jahren ist der Bausparvertrag zuteilungsreif, und das angesparte Guthaben löst das Bankdarlehen in einer Summe vollständig ab.
Rechtsgrundlage
Keine spezielle Rechtsgrundlage. Das Konstantdarlehen ist ein am Markt entwickeltes Finanzierungsmodell, das sich aus einem Darlehensvertrag und einem Bausparvertrag zusammensetzt; beide Vertragsbestandteile unterliegen den allgemeinen Regelungen des Darlehens- bzw. Bausparrechts (BGB, Bausparkassengesetz).